Kornwestheim Nach 17 Jahren die Ladezone eliminiert

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Verboten: Gleich zwei Autos stehen dort, wo einst die Ladezone war. Foto: Werner Waldner

Kornwestheim - Hausbesitzer Werner Sälzer und Ladenbetreiber Aladin Al Saadi haben kein Verständnis dafür: Die Stadt hat eine Be- und Entladezone vor dem Eckhaus Stuttgarter Straße/Bahnhofstraße gestrichen. Schilder sind entfernt und weiße Markierungen schwarz übertüncht worden. Nunmehr gehört die Fläche zum Gehweg, Autos dürfen dort nicht mehr stehen.

17 Jahre lang bestand vor dem Haus die Be- und Entladezone. Sälzer hatte seinerzeit, weil in sein Ladenlokal ein Matratzenladen einzog, dafür gekämpft. Es gab einen ausführlichen Schriftverkehr mit der Stadt, die seiner Erinnerung nach sogar mit einem eigenen Lkw testete, wie und wo die Be- und Entladezone eingerichtet werden kann. Die entsprechende Fläche wurde in einer Ecke zum Nachbarhaus hin markiert. Das Be- und Entladen war dort für Kraftfahrzeuge über 2,8 Tonnen von montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr erlaubt. Von der Ladezone profitierte auch Aladin Al Saadi, der das Ladenlokal übernommen hat und Sisha-Bedarf verkauft. Mehrfach in der Woche werde er mit Waren beliefert. Da sei die Fläche an der Stuttgarter Straße sehr hilfreich.

Allerdings nutzten auch Kunden die Ladezone – und das auch noch zu Zeiten, in denen die Fläche für Fahrzeuge ohnehin tabu war. Die Folge: Knöllchen. Al Saadi beklagte sich darüber bei der Stadt. Sie zog die Konsequenz und eliminierte – gar nicht im Sinne von Einzelhändler und Hausbesitzer – die Ladezone ganz. Um für die Klarheit zu sorgen, hängte sie auch noch ein Halteverbotsschild auf, dessen Zuordnung zum einstigen Be- und Entladeplatz allerdings nicht ganz eindeutig ist. Aber darauf kommt’s nicht an: Das Parken auf dem Gehweg ist ohnehin verboten.

„Die Begründung für die Ladefläche ist mit der Schließung des Matratzenladens entfallen“, erläutert die Stadt ihr Vorgehen. In den vergangenen Monaten habe man im Rahmen der Innenstadtstreifen und der Kontrollen der Corona-Vorschriften Anlieferungen nicht mehr beobachten können, sondern nur noch „zahlreiche Parkverstöße im Gehwegbereich“. Um „wie gewünscht stärker kontrollieren zu können“, habe man die Beschilderung entfernen müssen.

Der Wunsch dürfte allerdings eine Reduzierung der Kontrollen gewesen sein. Geschäftsinhaber Aladin Al Saadi empfindet das Vorgehen der Stadt als Schikane. Er habe auch in drei anderen Städten noch Geschäfte, aber nirgends werde ihm das Leben so schwer gemacht wie in Kornwestheim, beklagt er sich.

Fürs Be- und Entladen dürfen die Lieferanten wie bei anderen Innenstadtgeschäften auch die öffentliche Verkehrsfläche nutzen. „Kurzfristige Entladevorgänge werden geduldet“, so die Stadt in einer Antwort auf eine Anfrage unserer Zeitung. Das sei Ladenbesitzer und Hauseigentümer auch kommuniziert worden. Na, dann wird die Stadt auch Verständnis dafür haben, dass sich der Frust über das Vorgehen kurzfristig entladen hat.

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