Kornwestheim Negative Testergebnisse erwünscht

Von
Eigentlich ein Kinderspiel: Coronaschnelltests sind leicht durchzuführen. Foto: dpa/Matthias Bein

Kornwestheim - Die Stadt Kornwestheim sieht sich gut gerüstet: Knapp 12 000 Selbsttests hat sie vorrätig, wenn ab Montag an den Schulen verpflichtend getestet wird. Das sollte für vier Wochen reichen, sagt Michael Siegel, Leiter des Fachbereichs für Recht, Sicherheit und Ordnung. Wenn’s schlecht läuft, langt der Vorrat sogar für längere Zeit – dann nämlich, wenn die Schulen gar nicht erst öffnen dürfen, weil der Inzidenzwert im Landkreis die 200er-Marke überschritten hat.

6000 Tests hat die Stadt in Eigenregie besorgt, die andere Hälfte hat das Land zur Verfügung gestellt. Am Mittwoch trafen sie im Rathaus ein. Nun werden sie an die Schulen verteilt, die sich ihrerseits gut vorbereitet sehen, haben sie doch schon in den vergangenen Wochen – da allerdings auf freiwilliger Basis – Coronatests durchgeführt. Ab Montag gilt aber: Wer am Unterricht in der Schule teilnehmen will, der muss negativ getestet sein. Die Schulen haben die Tests ganz unterschiedlich organisiert. Bei den einen unterstützen die Eltern, die anderen setzen auf die Hilfe der Jugendbegleiter. Eins gilt aber für alle: Morgens vor der ersten Stunde mal schnell Kinder und Lehrpersonal testen, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Hinter dem Testen steckt ein großer logistischer Aufwand. Die Silcherschule hat zwei „Testzentren“ im Schulgebäude eingerichtet. Neun Stunden dauert es insgesamt pro Woche, die Jungen und Mädchen, von denen ja nur die Hälfte anwesend sind, und die Lehrerinnen und Lehrer durchzuschleusen. Das geht nach einem festen Ablaufplan. „Alles ist ritualisiert“, schildert Schulleiterin Petra Götz die Erfahrungen. Insbesondere die Erstklässler finden Gefallen an der Unterbrechung des Schulunterrichts und freuen sich regelrecht darauf, zum Testen anzurücken.

Auch die Eltern helfen beim Testen mit

Eine Schule bittet die Eltern, ihre Kinder daheim zu testen. Die Jungen und Mädchen müssen eine entsprechende Bestätigung der Eltern mit zum Unterricht bringen, dass der Test negativ ausgefallen ist. Christoph Mühlthaler, Direktor des Ernst-Sigle-Gymnasiums, hat die Eltern, die die Schule beim Testen unterstützen, in Schichtdienste eingeteilt, um das Pensum bewältigen zu können. Am ESG werden an zwei Tagen in der Woche, am Montag und am Donnerstag, von 7.30 bis 13 Uhr, die Wattestäbchen in die Nase eingeführt. Die älteren Schüler müssen nicht ins schuleigene Testzentrum. Sie kommen zum „Massentest“ in der Sporthalle zusammen, wo sie sich aufstellen.

Kinder, deren Eltern nicht wollen, dass sie getestet werden, erhalten Arbeitsblätter fürs Lernen daheim. Online-Unterricht wird parallel nicht angeboten. Das könnten sie zusätzlich nicht auch noch stemmen, betonen Petra Götz und Christoph Mühlthaler unisono. Übrigens: Auch die Lehrkräfte werden getestet. Noch. Das erübrigt sich für die, die bereits zweimal geimpft worden sind und deren zweiter Pieks mindestens zwei Wochen zurückliegt. Das Gros der Lehrerinnen und Lehrer, so die beiden Schulleiter, habe bereits die erste Impfung hinter oder kurz vor sich.

An den Kitas laufen die Coronatests eher spielerisch ab

Auch in den Kindertagesstätten wird die Stadt Kornwestheim Tests für die Jungen und Mädchen anbieten. Die Eltern erhalten in den nächsten Tagen entsprechende Briefe. Die Kita an der Daimlerstraße startet in der kommenden Woche mit einem Pilotprojekt. Knapp die Hälfte der Eltern haben ihre Kinder dafür angemeldet. „Da gibt es durchaus noch Luft nach oben“, sagt Birgit Scheurer, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Bildung. Auch die Drei- bis Sechsjährigen werden wie die Schulkinder den Test eigenständig durchführen. Das Ganze solle durchaus spielerisch „in entspannter Atmosphäre“ geschehen, betont Scheurer. Und wenn ein Kind einen Test nicht durchführen wolle, dann werde es auch nicht gezwungen, sagt die Fachbereichsleiterin.

Die Stadt werde wie in den Schulen auch in den Kitas mit den nasalen Tests an den Start gehen. Sollten sich die Lollipop-Tests, die mittlerweile ebenfalls auf dem Markt seien, als zuverlässig erweisen, könne man auch wechseln, so Birgit Scheurer. Oberbürgermeisterin Ursula Keck hofft, dass möglichst viele Eltern mitmachen. Schließlich seien die Testungen ein wichtiger Schlüssel, um die Pandemie zu überwinden. Man solle auch nicht immer warten, bis der Staat etwas vorschreibe, so Keck. „Wir können zeigen, dass wir mündige Bürger sind.“

Die von der Stadt erworbenen Tests kosten 7,50 Euro das Stück. Ob Land oder Bund den Betrag erstatten, ist noch offen. Es sei ihr gleichwohl wichtig gewesen, dass die Stadt in Vorleistung gehe. „Wir können uns später einigen, wer die Kosten übernimmt“, so Keck.

Artikel bewerten
1
loading
 
 

Sonderthemen