Kornwestheim Neues Leben für die Kleinkunstbühne

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Die Stadt hat das Casino Anfang Oktober übernommen – inklusive der Ausstattung. Foto: Peter Meuer

Kornwestheim - Ein wenig überraschend mag die Ankündigung für den ein oder anderen gewesen sein: Am heutigen Mittwochabend läuft das Theaterstück „Mittelmeer-Monologe“ auf der Bühne im Kornwestheimer Casino in der Aldinger Straße. Das dokumentarische Schauspiel der Bühne für Menschenrechte ist Teil der Veranstaltungsreihe „An(ge)kommen im Landkreis Ludwigsburg“, es setzt sich mit dem Weg Geflüchteter über das Mittelmeer auseinander.

Überraschend ist die Ankündigung, weil das Thema „Kleinkunstbühne“ Ende September abgeschlossen schien. Die bisherigen Casino-Betreiber Veit Hübner und Fabian D. Schwarz hatten aufgegeben, das Pachtverhältnis gekündigt. Die Zuschauerzahlen blieben überschaubar, zuviel Zeit und vor allem Geld hatten die beiden Betreiber in den vergangenen Jahren geopfert – obgleich sie immer wieder hochkarätige Musiker und Kabarettisten nach Kornwestheim lockten.

Da sich kein Nachfolger fand, beschloss die Stadt, die Räume selbst zu übernehmen. Allerdings war bislang vor allem die Rede davon, dass die nun freien Casino-Räumlichkeiten – ein Teil des alten Offiziersgebäudes wird ja auch von Vereinen genutzt – für Feiern, Kongresse und Co. angemietet werden können.

Und nun findet doch wieder ein waschechtes Theaterstück seinen Weg auf die Casino-Bühne, veranstaltet vom Fachbereich Kinder, Jugend, Bildung der Kornwestheimer Verwaltung, wie Sprecherin Caroline Schaal auf Nachfrage mitteilt. Die Sprecherin dämpft indes allzugroße Hoffnungen auf ein umfangreiches Kulturprogramm. Einzelveranstaltungen wie das heutige Theaterevent seien auch in Zukunft denkbar, betont sie zwar. Sie sagt aber auch: „Ein städtisches Veranstaltungsprogramm ist derzeit nicht geplant.“ Der Schwerpunkt liege auf der Vermietung des Casinos als Veranstaltungsstätte.

„Aufgrund der vorhandenen Ausstattung von Mobiliar, Veranstaltungstechnik sowie Küchen- und Barbereich eignet sich der Casinosaal als Eventlocation für Firmenfeiern, Geburtstage oder kulturelle Veranstaltungen“, so Schaal weiter. Von den bisherigen Betreibern ist unterdessen Gutes zu hören über den Ablauf in den vergangenen Monaten. Veit Hübner und Fabian Schwarz sind froh, dass die Stadt das komplette Interieur übernommen hat. Das macht es ihnen organisatorisch wie finanziell leichter, wissen die beiden früheren Betreiber, die das frühere Offizierscasino im Wilkin-Areal vor etwa zwei Jahren von Otmar Traber übernommen hatten.

„Die Übergabe ist super gelaufen“, ergänzt Veit Hübner lobend in Richtung Stadt. Ganz raus aus der Sache sind sie natürlich noch nicht. Noch gibt es organisatorische Angelegenheiten zum Ende zu bringen und natürlich final abzurechnen. „Wir sind auf der einen Seite traurig“, sagt Hübner. „Auf der anderen Seite haben wir wieder mehr Luft, und das tut uns gut“, ergänzt Hübner, der selbst Musiker ist, unter anderem mit dem preisgekrönten Ensemble Berta Epple.

Er selbst stand mit dieser Gruppe und auch in anderen Formaten oft persönlich auf der Casino-Bühne, so wie auch Fabian D. Schwarz, der sich in der Region als Kabarettist einen Namen gemacht hat.

Ob sie sich vorstellen können, wieder einmal an der Aldinger Straße aufzutreten, auch wenn es nun nicht mehr „ihre“ Räume sind? Ausschließen will Veit Hübner das jedenfalls nicht. „Mal sehen, was sich so ergibt“, sagt der Künstler lächelnd.

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