Kornwestheim Nikotinfreies Sandeln und Schaukeln

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Kornwestheim - Kippenhäufchen neben dem Wippgerät, rauchende Erwachsene, aber auch ganze Gruppen qualmender Jugendlicher – die mittlerweile zur Abwechslung gerne auch mit Wasserpfeife anrücken: Das gehört auf Kornwestheims Spielplätzen zum alltäglichen Bild. Die Stadt will Derartiges nun untersagen. Dem Verbotskatalog für den Aufenthalt auf den öffentlichen Spielplätzen fügt sie den Passus „. . . es ist insbesondere untersagt, zu rauchen oder Zigarettenabfälle zu hinterlassen“ hinzu. Wer doch beim Paffen oder Kippen wegschnippen erwischt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Einstimmig hat sich der Verwaltungs- und Finanzausschuss für diese Maßnahme entschieden, die aus einem Antrag der CDU hervorging.

„Raucher sind für Kinder kein gutes Vorbild, da die Kinder den Schaden für die Gesundheit dadurch nicht richtig einschätzen können“, hatten die Christdemokraten den Vorstoß begründet. „Außerdem werden die Spielplätze durch die weggeworfenen Kippen verschmutzt.“ Und die Zigaretten stellten wegen ihrer toxischen Bestandteile eine Gefahr für die Kinder dar.

Verschluckt ein Kleinkind eine Kippe, kann das zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen. Einige Bundesländer haben daher bereits ein Rauchverbot auf Spielplätzen eingeführt, Baden-Württemberg nicht. Dafür drängt der Städtetag darauf, dass die Kommunen die Einführung von Rauchverboten auf den Spielplätzen selbst in die Hand nehmen. In der Sitzung wurde gefordert, das Rauchverbot müsse auch überprüft werden, sonst mache es keinen Sinn.

„Die armen Vollzugsbeamten, die das kontrollieren sollen“, fiel da dem ehemaligen Stadtsheriff Klaus-Dieter Holzscheiter ein. „Und was ist, wenn einer einen halben Meter neben dem Spielplatz auf einer Bank sitzt und der Rauch dann rüberzieht?“ Silvia Stier (CDU) zeigte sich jedenfalls zufrieden: „Wenn Schilder da sind, ist das Rauchverbot für jeden klar und deutlich.“

Gleich mit in die Änderung der Satzung werden Altersbeschränkungen für die Spielplätze modifiziert. Auf den Geräten der Spielplätze Holbeinstraße, Schubart-/Bebelstraße, Starenweg, Salamander-Stadtpark, Geschwister-Scholl-Straße, Otterweg, Ludwig-Herr-Straße, Gustav-Hertz-Straße, Beethovenstraße, Marius-Faisse-Allee, Ebertstraße, Goethestraße, Anna-Nopper-Straße, ESG-Gelände sowie des neuen Kleinkindspielplatzes, der im Unstrutweg angelegt wird, dürfen künftig nur Kinder bis zwölf Jahre spielen.

Alle anderen Spielplätze, auch die in Pattonville, bleiben ohne Altersbeschränkung, ebenso die Skateranlagen, das Kleinspielfeld auf dem ESG-Gelände und der Bolzplatz in der Beethovenstraße. Bisher war 16 Jahre das Höchstalter für einige dieser Anlagen. „Das rief häufig Unverständnis hervor, weil jungen Erwachsenen oder auch Anwohnern die Nutzung der Bolzplätze in den Abendstunden untersagt werden musste“, erklärt das Jugendreferat den Änderungsvorschlag. Diese müssten sich natürlich auch in Zukunft trotzdem an die Auflagen halten und unzumutbare Störungen und Belästigungen vermeiden.

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