Kornwestheim Nur wenig Platz für kluge Lösungen

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Die Friedhofsmauer Foto: Werner Waldner

Kornwestheim - Keiner ist von Sorgen frei, nicht einmal der Stein in der Mauer“ – so lautet ein arabisches Sprichwort. Wohl wahr, stöhnt man bei der Stadt Kornwestheim beim Gedanken an die Friedhofsmauer an der Aldinger Straße. Die bereitet seit Jahren Kopfzerbrechen, weil sich immer wieder Risse bilden und der Putz an einigen Stellen abplatzt. Die Mauer bietet nun wahrlich keinen schönen Anblick. Aber das soll sich ändern – zunächst einmal kurzfristig, dann aber auch langfristig.

Für eine Übergangszeit könnte sich die Stadt eine künstlerische Gestaltung der Wand vorstellen – zum Beispiel von einem Graffiti-Künstler. Vorbilder sind der Durchlass an der Bahnhofstraße und am südlichen Stadteingang. Derzeit ermittelt die Stadt, was die „Kunst auf der Mauer“ kosten würde. Dann werden die Stadträte entscheiden müssen, ob das Geld ausgegeben werden soll.

Die Krux an diesem Vorschlag: Die Kunst wird dort aller Voraussicht nach nicht von Dauer sein, denn die Stadt will das Problem auch grundsätzlich angehen – nicht in diesem Jahr, auch nicht im nächsten, aber für die Jahre 2022 oder 2023 soll Geld in den Haushalt eingestellt werden. Die Höhe hängt davon ab, was man unternimmt. Mehrere Möglichkeiten, so schreibt die Stadtverwaltung in einem Papier für die Stadträte, gibt es: • Abriss und Neubau der Mauer und eine Neugestaltung der Aldinger Straße mit einem Grünstreifen für Bäume: Zweifelsohne die teuerste und aufwändigste Variante. Sie würde auch die Möglichkeit bieten, einen Radweg anzulegen. • Sanierung und Begrünung mit Hilfe von Pflanzgefäßen: Diese Variante birgt ein Problem. Der Rad- und Fußweg würde zu schmal werden, der Radweg müsste auf die Straße verlegt werden. • Abriss der Mauer und Ersatz durch eine Hecke in Pflanztrögen: Die Stadt selbst ist von dieser Idee nicht sonderlich angetan. Damit wäre es mit der Ruhe auf dem Friedhof dahin, ist doch die Aldinger Straße stark befahren. • Bau einer neuen Mauer vor der bestehenden Friedhofsmauer, die auf der Rückseite saniert wird: Die neue Mauer würde aus Fertigteilen erstellt werden und mittels einer gemeinsamen Abdeckung mit der alten Mauer verknüpft werden. Allerdings: Weil der Fuß- und Radweg schmaler wird, müssten die Radfahrer auf die Aldinger Straße ausweichen. • Stadtrat Hans-Joachim Schmid (CDU) brachte in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik noch eine weitere Variante in die Diskussion ein: Die Risse hinter Edelstahl-Elementen zu verstecken.

Die Stadtverwaltung favorisiert auf jeden Fall eine neue Mauer – entweder als Ersatz für die alte oder als zusätzliches Element vor der alten. Susann Boll-Simmler (Grüne) deutete bereits an, dass ihre Fraktion vermutlich keiner Variante zustimmen werde, bei der die Radfahrer auf die Aldinger Straße „abgeschoben“ werden. Die Stadträtin, die seit Jahren auf den misslichen Zustand aufmerksam macht, zeigte sich aber froh, dass die Stadt das Problem lösen will.

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