Kornwestheim Online-Schach ja, Vereinsleben nein

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Im Freien: Ab und zu haben sich die Schachfreunde im Stadtpark getroffen. Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Bisher sind die Schachfreunde 59 Kornwestheim recht gut durch die Corona-Pandemie gekommen. „Dies ist sicherlich auch dem Umstand zu verdanken, dass man auch online die Möglichkeit hat, Schach zu spielen“, sagt der Vereinsvorsitzende Armin Winkler, der zugleich Präsident des Schachverbandes Württemberg ist. Fast jegliche Form, von „Bullet“ – eine Minute Bedenkzeit für die ganze Partie – über Blitz- und Schnellschach bis hin zu normalen Partien, könne man gegen Spieler aus aller Welt austragen. „Auch Schachaufgaben lassen sich online lösen“, fügt er hinzu.

Das eigentliche Vereinsleben hingegen sei komplett zum Erliegen gekommen. „Die Schachabende, außer im September und Oktober 2020, konnten nicht mehr stattfinden“, so Winkler. Turniere wie Stadtmeisterschaft oder Blitzturniere mussten ausfallen, ebenso weitere Veranstaltungen wie Turnierbesuche, Ausflug oder Vereinsfeier. „Die Hauptversammlung konnte ebenfalls nur online durchgeführt werden“, resümiert Winkler das eher spärliche Geschehen der vergangenen Monate.

Wettkampfsport ist in den Hintergrund gerückt

Am meisten schmerzen die Schachfreunde die Absage der Mannschaftsspiele für die Saison 2020/2021 sowie der anderen Mannschaftswettkämpfe im Blitz- und Schnellschach. „Teilweise wurden diese zwar auch online durchgeführt, aber der Austausch der Mannschaftsspieler untereinander fehlt. Der Wettkampfsport ist in den Hintergrund gerückt“, klagt Winkler.

Angst um das Fortbestehen des Kornwestheimer Vereins hatte der Vorsitzende jedoch zu keiner Zeit. „Nein. Vor allem im Jugendbereich waren und sind die Schachfreunde 59 weiterhin aktiv.“ Jedem Jugendlichen sei ein Trainer oder eine Trainerin zugewiesen worden. So könne Schachunterricht mithilfe der Online-Plattformen Lichess und Discord weiterhin stattfinden. Ebenso habe es einige Male Schachunterricht am eigentlichen Trainingsabend gegeben, zum Beispiel mit dem lettischen Großmeister Zigurds Lanka sowie mit Schachfreunde-A-Trainer Julian Maisch. „Einige Vereinsturniere, wie das Weihnachts- und das Neujahrsturnier, wurden ebenfalls online ausgetragen“, so Winkler.

Mitgliederzahl ist stabil

Und wie haben die Kornwestheimer Schachspieler sonst Kontakt gehalten? „Neben dem klassischen Telefon gibt es auch einen Austausch auf der Plattform Lichess – hier trifft sich auch regelmäßig der Jugendausschuss, um kommende Turniere und Veranstaltungen zu planen“, gibt Winkler zu Protokoll.

Mit Austritten hatte der Verein derweil kaum zu kämpfen. „Es gab zwar einige wenige, aber auch Eintritte waren trotz Pandemie zu verzeichnen“, so Winkler. Die Mitgliederzahlen seien einigermaßen stabil geblieben.

Jetzt freuen sich die Schachfreunde auf ein Stück Normalität, das vielleicht bald wieder zurückkehrt. „Es ist schön, wenn man sich wieder am Brett gegenüber sitzen kann und dann auch in Trainingspartien seine Züge kommentieren kann“, sagt Armin Winkler. Je nach Pandemie- und Wetterlage seien in den nächsten Wochen auch wieder Aktionen am Freischachgelände geplant, ebenso wie eine Hauptversammlung – wenn möglich in Kombination mit einer „Welcome-Feier“.

Info: Die Schachfreunde 59 wurden, wie der Name schon sagt, im Jahr 1959 gegründet. Damals traf sich lediglich eine Handvoll Leute regelmäßig im Haus der Musik zum Schachspielen. Inzwischen hat der Verein mehr als 100 Mitglieder, sieben Mannschaften treten von der C-Klasse bis zur Verbandsliga gegen andere Teams an. Vertreter des Vereins sind regelmäßig bei Turnieren und Meisterschaften in verschiedenen Varianten in ganz Europa vertreten. Der Spieleabend der Schachfreunde findet jeweils dienstags ab 19 Uhr statt – nach wie vor im Haus der Musik an der Stuttgarter Straße.

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