Kornwestheim Pärchen klettert auf Waggon

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Güterbahnhöfe sind weder Spielplatz noch der Ort für eine Fotosession. Foto: dpa

Kornwestheim - Eigentlich weiß es jedes Kind: Auf und an Gleisen sollte man sich nicht aufhalten. Eine 20-jährige Frau hat’s am Sonntagnachmittag zusammen mit einem 24-jährigen Begleiter am Rangierbahnhof in Kornwestheim gleichwohl getan. Sie kletterten auf einen abgestellten Waggon, um Fotos zu schießen. Ein Mitarbeiter der Bahn beobachtete das Geschehen und alarmierte die Bundespolizei, die die beiden vor Ort aufgriff, die Personalien aufnahm und eindringlich ermahnte. Nun droht dem Pärchen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Bahnschienen sind ein immer wiederkehrendes, beliebtes Hintergrundmotiv bei jungen Menschen. Besonders bei Jugendlichen gehören Fotos mit öffentlichen Freundes- und Liebesbekundungen in den sozialen Netzwerken mittlerweile zum Alltag. Das ist ein Grund, weshalb Jugendliche häufig Bahnschienen als Hintergrund für ihre Bilder und Videos in sozialen Netzwerken wählen. Dabei unterschätzen sie allerdings die Gefahr durch herannahende Züge. Sie nähern sich mitunter lautlos und können je nach Windrichtung oft erst sehr spät wahrgenommen werden. Beim Fotografieren verliert man seine Umgebung und die Gefahren, die dort lauern, ohnehin sehr schnell aus dem Blick. Die Aufmerksamkeit ist auf das Selfie gerichtet und Umgebungsgeräusche werden nahezu nicht mehr wahrgenommen.

Züge können Hindernissen nicht ausweichen und selbst bei einer sofort eingeleiteten Schnellbremsung beträgt der Bremsweg mehrere hundert Meter. Ein elektrisch betriebener Zug, selbst bei einer Geschwindigkeit von über 200 Kilometern pro Stunde, ist für das menschliche Ohr erst wahrnehmbar, wenn er bereits vorbeifährt.

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