Kornwestheim Pandemie senkt Bedarf an Kita-Plätzen

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Bauen im Kindergarten. Foto: Pixabay/Pixabay

Kornwestheim - Notbetreuung, Homeoffice, Corona – Begriffe, die in den vergangenen anderthalb Jahren zuhauf gefallen sind. Nun wirken sie sich auf den Kindergartenbedarfsplan der Stadt Kornwestheim aus, der jüngst im Ausschuss für Soziales und Integration vorgestellt worden ist.

Weil viele Eltern in der Pandemie anders gearbeitet und sich vielleicht den Weg ins Büro gespart haben, sind weniger Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren in Anspruch genommen worden. Viele Familien, die von Kurzarbeit betroffen waren oder unsichere Arbeitsplätze haben, prüfen demnach sehr genau, ob und ab welchem Alter sie einen Betreuungsplatz brauchen. Seit der Pandemie geben nun viele ihr Kind ab dem zweiten Lebensjahr in eine Einrichtung. Im Juli waren von 341 verfügbaren Plätzen für Unter-Dreijährige gerade einmal 252 belegt.

Gibt es genügend Plätze?

Insgesamt, auch bei den älteren Kindern, sieht es ähnlich aus wie im vergangenen Jahr: Es gibt genügend Betreuungsplätze, um den Bedarf zu decken. Im Jahr 2020 wurden in Kornwestheim zudem 99 Kinder aus umliegenden Kommunen betreut. Im Gegenzug sind 72 Kornwestheimer Kinder außerhalb in den Kindergarten gegangen.

Wegen der Pandemie mussten Kitas ihr Angebot einschränken. In den Kinderhäusern Bebelstraße, Karlstraße und Neckarstraße kann eine lange Betreuungszeit von 10,5 Stunden nur für Eltern angeboten werden, die einen entsprechenden Nachweis vom Arbeitgeber vorgelegt hatten. Im Kindergarten Bolzstraße sind die Anmeldungen für das Nachmittagsangebot zurückgegangen. Deshalb ist von nun an nur noch von 8 bis 13 Uhr für Zwei- und Dreijährige geöffnet. Auch in anderen Kitas gab es im vergangenen Kindergartenjahr Veränderungen. So hat die Einrichtung Hoppsala auf dem ESG-Gelände zum Jahresbeginn alle sechs Gruppen in Betrieb genommen. Der freie Träger „Happy Clouds“ bietet seit Juni drei Ganztagsgruppen für Kinder ab drei Jahren und eine Krippengruppe für Ein- bis Dreijährige an. Die Kita ist von 7 bis 18 Uhr geöffnet. In der Rosensteinstraße geht der Anbau der dritten Gruppe voran. Anfang 2022 sollen Kinder ab drei Jahren mit verlängerter Öffnungszeit betreut werden.

Wird der Bedarf an Plätzen steigen?

Birgit Scheurer, die Leiterin der Abteilung Kinder, Jugend und Bildung, glaubt, dass der Bedarf an Betreuungsplätzen steigen wird. Als Grund sieht sie, dass derzeit wieder Wohnraum für Familien geschaffen wird.

Außerdem wird sich legen, was mit der Pandemie einherging – so zumindest die Hoffnung von Scheurer. „Wir wollen wieder zurück zur Normalität“, sagt sie. Elternabende sollen wieder stattfinden, gruppenübergreifende Angebote möglich werden. Feste Gruppen und Räume haben laut Scheurer während der Pandemie auch die Erzieher eingeschränkt, die sich normalerweise flexibler aushelfen können.

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