Kornwestheim Pfingstturnier so hochkarätig wie nie

Von Lars Laucke
Die Jungs von Eintracht Frankfurt bejubeln den Turniersieg nach einem 2:0 im Finale gegen 1860 München. Foto: Horst Dömötör

Die Fußballer von Eintracht Frankfurt surfen derzeit auf einer Erfolgswelle. Die Profis haben die Europa League gewonnen, und auch die D-Jugend eilt von Sieg zu Sieg. Aus dem Ligabetrieb hat sich der Nachwuchs des Bundesligisten verabschiedet, „für uns sind solche hochkarätigen Turniere wie hier viel wichtiger, weil wir da gegen richtig gute Mannschaften spielen“, erklärt Trainer Okan Gündüz nach dem Sieg seiner Jungs beim Kornwestheimer Pfingstturnier. Ein halbes Dutzend solcher Veranstaltungen hat die Eintracht-D-Jugend diese Saison bestritten. „Und wir haben alle gewonnen“, ist der Coach hochzufrieden mit seinen Jungs. „Natürlich sind die auch beflügelt vom Erfolg der Profis, wir sind eine große Familie.“

Mit Platz zwei nicht komplett zufrieden

Im Finale des Kornwestheimer Turniers lassen die Frankfurter dem TSV 1860 München keine wirkliche Chance, gewinnen mit 2:0. Bejubelt werden die Treffer nicht nur in diesem Spiel wie bei den Profis, inklusive Kniefall an der Eckfahne. „Das schauen sich die Jungs natürlich ab“, sagt Gündüz lächelnd. Sein Münchner Kollege Wolfgang Bals ist zwar nicht rundum zufrieden, „weil man mit Platz zwei nie komplett glücklich sein kann. Aber es war ein sehr gutes Turnier und für die Jungs ein tolles Erlebnis. Wir haben im Finale etwas zu oft die Bälle nur lang rausgeschlagen“, moniert er. Eigentlich sollen die Kids in diesem Alter die Dinge spielerisch lösen. „Es geht vor allem um die individuelle Entscheidungsfindung.“

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Für SVK-Jugendleiter Simon Huijsmann war die Umstellung des Konzepts bei der ersten Turnierauflage seit Corona ein voller Erfolg: „So gut war die Besetzung noch nie. Wir haben hier grandiosen Jugendfußball gesehen. Teams wie Eintracht Frankfurt, 1860 München, der VfB Stuttgart, die tschechische U12-Nationalmannschaft oder auch der Aberdeen FC. Die Schotten hatten die längste Anreise, waren über Amsterdam geflogen. Und da man am Pfingstsonntag keinen Rückflug mehr bekommen hatte, wurde für den Montag noch ein Testspiel gegen die Stuttgarter Kickers vereinbart. „Für uns sind diese Turniere sehr wichtig. Wir müssen Schottland verlassen, um auf gute Gegner zu treffen, die zum Teil auch einen ganz anderen Fußball spielen“, sagt Gavin Levey, Academy Director beim Aberdeen FC.

Chance, sich zu zeigen

Das Nachwuchszentrum des schottischen Traditionsclubs ist in seiner Heimat ganz vorne dabei, auch wenn man hierzulande meist nur von den beiden Glasgower Vereinen Celtic und Rangers hört oder spricht. „Unsere U16 hat zum Beispiel gerade heute mit 6:0 gegen Celtic gewonnen“, so Levey. Die lange Anreise nach Kornwestheim hat für ihn „zu hundert Prozent gelohnt. Wir haben zehn Spiele absolviert und nur gegen Frankfurt verloren, die großartig gespielt haben“, ist er sportlich zufrieden. Nach einem Sieg im Neunmeterschießen gegen Mainz 05 wird sein Team Fünfter. „Solche Turniere geben uns zudem die Möglichkeit, unsere Academy europaweit auf die Landkarte zu bringen. Wir haben eine große Historie mit den Erfolgen unter Sir Alex Ferguson in den 1980ern. An diesem Wochenende sind drei unserer Mannschaften bei Turnieren in ganz Europa am Start. So stand unsere U11 bei einem Turnier in Holland zusammen mit Ajax Amsterdam, AZ Alkmaar und Borussia Mönchengladbach im Halbfinale.“

Die Schotten nach Kornwestheim zu bekommen, war übrigens aufgrund der immer noch bestehenden Coronabestimmungen gar nicht so einfach. „Sie sind nicht in der EU, und eigentlich müssten alle geimpft sein. Die Schotten aber impfen frühestens ab zwölf Jahre“, erklärt Simon Huijsmann. Es bedurfte einiger Mails und Schreiben zwischen Verbänden und Behörden, ehe klar war, dass Aberdeen am Pfingstturnier teilnehmen kann.

Stimmung ist prächtig

Insgesamt ist das Turnier für den SVK-Jugendleiter „nicht zur vollsten Zufriedenheit gelaufen. Wir haben es am Samstagmorgen etwas verschlafen, so ehrlich muss man sein. Da hätten wir einiges besser machen können.“ Doch ab Samstagmittag habe man alles gut im Griff gehabt. „Da haben wir es gerockt. Ich bin sehr stolz auf unsere vielen Helfer, die einen super Job gemacht haben.“ Die Stimmung ist dank der mitgereisten Eltern und Fans ebenfalls prächtig. Und sportlich gesehen „haben wir selten so tolle Kinder hier gehabt“, schwärmt Huijsmann. Auch die eigenen Teams hätten sich durchaus achtbar geschlagen. „Die waren zum Teil ein bis zwei Jahre jünger. Und dann mal gegen den VfB nur 0:1 zu verlieren, das ist völlig in Ordnung. Aber wichtig war für unsere Kids, überhaupt mal gegen solche Teams zu spielen.“

Und nicht zuletzt ist auch im Festzelt und im Bewirtungsbereich jede Menge los, was dann natürlich auch Geld in die Jugendkasse der SVK-Fußballer spült. „Und wenn wir es schaffen, dank dieser Mittel nächstes Jahr eine eigene Mannschaft in die Goldrunde der besten 16 Teams zu bekommen, wäre ich sofort dabei“, sagt Huijsmann lachend.

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