Kornwestheim Pflugfelder Brücke: Viele Gründe für einen Neubau

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Die große Pflugfelder Brücke muss neu gebaut – oder doch zumindest dringend saniert – werden. Foto: Mateja fotografie

Kornwestheim - Noch immer ist nicht ausgemacht, ob die Große Pflugfelder Brücke saniert oder gleich neu errichtet wird. Doch zumindest die Kornwestheimer Stadtverwaltung hat weiterhin eine klare Vision für das mehr als 100 Jahre alte Bauwerk. Und die heißt: Neubau.

Die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie des Ingenieurbüros Bechert, die vergangenes Jahr in Auftrag gegeben wurde, stützen nun dieses Ansinnen. Sie bieten die Grundlage, auf der die Stadt nun die Planungsleistungen ausschreiben wird – und zwar aufgrund des finanziellen Volumens europaweit. Vieles spreche für einen Neubau, wie der Kornwestheimer Baubürgermeister Daniel Güthler bekräftigt. Einige mögliche Vorteile waren bereits im vergangenen Jahr im Raum gestanden – eine neue Brücke könnte verbreitert werden, mehr Platz beispielsweise auch für Radfahrer bieten, man hätte mit ihr eine höhere Traglast und zudem die nächsten 80 Jahre Ruhe.

Die Machbarkeitsstudie hat nun zudem bestätigt, dass die neue Brücke wohl wenige Meter nördlich der bisherigen Pflugfelder Brücke gebaut werden könnte. Das heißt: Während der zwei bis drei Jahre dauernden Bauphase könnte die alte Brücke noch genutzt werden. Die volle Sperrung würde sich wohl auf einige Monate beschränken, während der die umliegenden Straßen wie die Westrandstraße und die Villeneuvestraße angeschlossen werden müssten – die Einschränkungen für den Verkehr wären also sehr viel geringer.

Auch mit der „möglichen Konstruktionsart“ hat sich die Studie befasst. Wichtige Erkenntnis: Zum Teil könnte man die Brücke auf einem aufgeschütteten Damm aufsetzen, das würde Kosten sparen.

Ob das am Ende möglich sein wird, muss die Stadt aber noch mit der Deutschen Bahn besprechen. Dabei geht es auch um Höhen und Lichtraumprofile, also um die Frage, wie viel freier Raum um die fahrenden Züge am Ende noch vorhanden sein muss.

Und dann ist da natürlich noch die Sache mit den Kosten. Alle Zahlen, die im Moment im Raum stünden, seien sehr grobe Schätzungen, betont Daniel Güthler. Nach diesen nicht finalen Prognosen könnte der Neubau am Ende mit gut 18 Millionen Euro zu Buche schlagen. Eingerechnet sind hierbei bereits die rund 3 Millionen Euro teuren Planungsleistungen und der komplexe Abbruch der alten Brücke, der etwa 4,5 Millionen Euro kosten würde. An die 11 Millionen Euro würde der eigentliche Bau kosten. Dem gegenüber käme die Sanierung mit geschätzten etwa 7,5 Millionen Euro Baukosten günstiger. Allerdings würde die Sanierung die Pflugfelder Brücke nur für rund 25 Jahre „tragen“. Zudem ist es recht wahrscheinlich, dass die Stadt für einen Neubau immerhin die Hälfte der Bau- und Planungskosten vom Bund als Förderung zurück erhält. Eine Sanierung würde hingegen wohl nicht bezuschusst.

Wie es nun weiter geht? Die Stadt will demnächst die Angebote der Planer und auch Details der Machbarkeitsstudie dem Gemeinderat vorstellen. Das Gremium muss dann final entscheiden, welchen Weg die Stadt in Sachen Pflugfelder Brücke gehen wird und je nachdem Mittel im Doppelhaushalt 2020/2021 bereitstellen, damit es zügig weitergehen kann. Denn das ist nun dringend notwendig: Wasser dringt durch undichte Fugen und schlecht verlegte Abdichtungen in das Bauwerk, bei einer Prüfung erhielt die Brücke zuletzt nur die Note 3, die zweitschlechteste.

Würde zeitnah geplant, dann könnte der eigentliche Neubau – so die Entscheidung dafür fällt – vielleicht sogar schon im Jahr 2022 beginnen. „Und gegebenenfalls bis zum Jahr 2024 abgeschlossen werden“, so Daniel Güthler.

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