Kornwestheim Rathausküche statt Fortbildungen

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Im Rathaus werden in diesem Jahr Fertigmenüs serviert. Foto: Birgit Kiefer

Kornwestheim - Wenn sich die Rathausbediensteten in Zukunft einen Pichelsteiner Eintopf oder Königsberger Klopse in der hauseigenen Kantine warm machen, dann haben sie das auch der Corona-Pandemie zu verdanken. Weil sie in diesem Jahr weniger Fortbildungen als vorgesehen besuchen, soll ein Teil der 35 000 Euro, die dafür eingeplant waren, in einen Topf für den Ausbau der Rathausküche wandern. Und auch der Personalrat setzt dafür die 3000 Euro ein, die eigentlich für den Betriebsausflug 2020 zurückgelegt worden waren.

Ansonsten aber sorgt das Corona-Virus in Kornwestheim wie überall durchweg für schlechte Nachrichten. Ein Minus von 700 000 Euro wies der ursprüngliche Haushalt für dieses Jahr auf. Davon ist die Stadt mittlerweile meilenweit entfernt. Sie geht davon aus, dass am Ende des Jahres knapp elf Millionen Euro in der Kasse fehlen werden. Der Grund sind die Ertragsausfälle bei der Gewerbesteuer (8,5 Millionen Euro weniger als geplant) und bei der Einkommensteuer (2,4 Millionen Euro weniger). Ein Minus von knapp einer Million Euro verzeichnet die Stadt Kornwestheim zudem bei den Entgelten unter anderem für Kindergärten, Musik- oder Kindersportschule.

„Die Rücklagen sind recht ordentlich“

Was tun? Auf eine Sparrunde verzichtet der Gemeinderat, der den Nachtragshaushalt jüngst einstimmig verabschiedet hat. Man habe, so heißt es in den Erläuterungen der Stadt zum Etat, in zwei Konsolidierungsrunden 2015 und 2017 bereits sämtliche Ansätze auf den Prüfstand gestellt und „massive Einsparungen“ in Höhe von 7,4 Millionen Euro beschlossen. Die Stadtverwaltung sieht nur „wenig Spielraum für weitere Verbesserungen“.

Statt auf der Einnahmenseite anzusetzen, greift der Gemeinderat aufs Sparbuch zurück. „Die Rücklagen sind recht ordentlich“, sagte Finanzbürgermeisterin Martina Koch-Hassdenteufel bei der Einbringung des Haushaltes Ende Juni. 63,5 Millionen Euro hatte die Stadt zum Jahresende auf der hohen Kante liegen. Diese Summe wird voraussichtlich um 16 Millionen Euro schmelzen. Vorgesehen war im Ursprungshaushalt, lediglich acht Millionen Euro vom Sparbuch zu nehmen.

Der Nachtragshaushalt änderte nichts an einer Zahl, die den Stadträten in den vergangenen Jahren stets wichtig war: die Null beim Posten Kreditaufnahme. Nach wie vor muss sich Kornwestheim kein Geld leihen, um seinen Aufgaben nachzukommen und sich Wünsche zu erfüllen.

Fertigmenüs während Umbau der Caféteria

Zurück zum Mittagessen im Rathaus: Wann die Caféteria umgebaut und mit welchen Kosten das verbunden sein wird, das steht noch nicht fest. Ein Testessen hat aber bereits stattgefunden. Geplant ist die Ausgabe von Fertigmenüs. Die Anlieferung würde über einen Caterer erfolgen, das Essen würde in einem Heißluftofen warm gemacht. „Derzeit prüfen wir die Installation der Geräte sowie die Organisation zur Umsetzung der Hygienevorschriften“, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage unserer Zeitung. Das neue Angebot, das Bestandteil des Personalkonzeptes ist, soll auch den Beschäftigten aus dem Bauhof und der Stadtgärtnerei zur Verfügung stehen, die sich zum Mittagessen dann auf den Weg ins Rathaus machen müssten.

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