Kornwestheim Raumbedarf wächst: Wie geht es mit den Schulen weiter?

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An den Kornwestheimer Schulen (hier die Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule) steigt der Raumbedarf. Foto: Archiv/Anne Fuhrmann

Kornwestheim - Die Sache drängt. In Zukunft werden in der Stadt zwölf zusätzliche Klassenzimmer plus Ganztagsräume im Grundschulbereich benötigt. Schon in ein bis zwei Jahren wird der jetzige Platz nicht mehr reichen. Auch für die Realschule wird eine Erweiterung benötigt, bei den sonstigen weiterführenden Schulen ist der Bedarf noch ungewiss. Die Schulbauentwicklung gehört daher derzeit zu den drängendsten Themen, mit denen sich die Politik in Kornwestheim befassen muss. Bei den Überlegungen, was zu tun ist, stehe man noch ganz am Anfang, sagte Oberbürgermeisterin Ursula Keck nun im Ausschuss für Soziales und Integration. „Aber wir stehen unter Druck, weil der Raumbedarf schnell auf uns zukommt.“ Die Frage ist nun, ob an den bisherigen Schulgebäuden neue Züge angebaut werden oder ob sogar ein weiterer Standort entstehen soll. Welche Punkte werden bei den Überlegungen eine Rolle spielen? Wie Birgit Scheurer, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend, Bildung, ausführte, habe man eine Bewertungsmatrix mit sechs Kriterien erarbeitet. Dabei geht es unter anderem um die Wirtschaftlichkeit. Scheurer regte an, darüber nachzudenken, die Infrastruktur der Schulen gemeinsam zu nutzen. Das sei beispielsweise in den naturwissenschaftlichen Bereichen denkbar.

Als zweites Kriterium nannte sie die Förderfähigkeit. Zuschüsse in Höhe von 33 Prozent seien nur dann zu erwarten, wenn der jetzt bereits vorhandene Schulraum auch künftig genutzt wird. Zudem wird Wert auf die Langfristigkeit der Lösungen gelegt. „Wir müssen unabhängig von kurzfristigen Trends in der Landespolitik entscheiden“, sagte Scheurer. Angesichts der bereits gestiegenen Geburtenzahlen spielt auch die zeitliche Umsetzbarkeit der Pläne eine Rolle. „Gebäude fallen schließlich nicht vom Himmel“, gab die Fachbereichsleiterin zu bedenken.

Bei Bedarf könnten aber gewisse Zeiten mit Containern überbrückt werden. Beim Einteilen der künftigen Schulbezirke müsse außerdem gewährleistet sein, dass die Gebäude fußläufig zu erreichen sind. Ein weiteres Kriterium ist, dass die pädagogischen Konzepte auch künftig erfüllt werden können.

Wie geht es nun weiter? Es haben bereits Treffen mit der Lenkungsgruppe stattgefunden. Dabei hatten die Leitungen der Kornwestheimer Schulen Gelegenheit, ihre Anregungen und Wünsche vorzubringen. Für Februar ist eine Begehung der Gebäude geplant. Danach sollen die Kriterien in der Lenkungsgruppe vorgestellt und die weiteren Schritte besprochen. werden. Schon bald soll sich der Gemeinderat mit dem Thema befassen. „Wir sind gerade dabei, verschiedene Varianten aufs Reißbrett zu legen“, sagte Keck.

Zu welcher Lösung tendieren die Kommunalpolitiker? Mitglieder des Ausschusses betonten, dass man sich noch einige Gedanken machen muss. Eine „enorm schwierige Thematik“ nannte Silvia Stier (CDU) die Herausforderung. Dr. Roland Bertet (SPD) warnte davor, sich die Entscheidung zu leicht zu machen. Man müsse sich überlegen, welche Schulen Bestand haben. „Aus meiner Sicht geht kein Weg an einer Schule im Ostgebiet vorbei“, sagte er.

 
 

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