Kornwestheim Reger Austausch per Telefon und Videoschalte

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Auf Konzerte, wie hier 2019, muss der Männergesangverein gerade wie alle anderen Chöre auch verzichten. Foto:  

Kornwestheim - Von Beginn der Pandemie an agierten die Sänger des MGV so vorsichtig wie möglich. Das sei, erläutert der Vorsitzende Claus Kilgus, der Tatsache geschuldet, „dass das Durchschnittsalter unseres Chores weit in der zweiten Lebenshälfte liegt.“ Deshalb habe man den Chorbetrieb im Frühjahr vergangenen Jahres schon lange vor anderen Chören eingestellt. „Damit war auch unser geplantes Jahreskonzert im K gestorben“, erinnert sich Kilgus.

Trotzdem haben die Männer das Beste aus der Situation gemacht: Ausweichen konnten die Mitglieder des Männergesangvereins bald in den Garten eines Mitglieds, wo sie in etwas reduzierter Zahl mit Abstand proben konnten. „Ganz wichtig war, dass man sich sah und gemeinsam miteinander sprechen und singen konnte“, betont Kilgus. Für die kühleren Tage im Herbst ergab sich einen andere Lösung. Oberbürgermeisterin Ursula Keck gab auf Nachfrage von Oliver Hicking, Vorsitzender des Stadtausschusses für Sport und Kultur, das Rathausfoyer für Singstunden der Gesangsvereine frei.

Proben im Rathausfoyer

Diese Chance nutzte auch der MGV, war doch aus seinen Reihen der Vorschlag gekommen. Ab September traf sich der MGV, wie auch einige andere Chöre der Stadt, im etwas ungewöhnlichen Proberaum. Das Glück hielt nicht lange. Mitte Oktober stellte der Chor seine Aktivitäten aufgrund der zweiten Welle wieder ein.

Auch wenn Proben im vergangenen Jahr streckenweise möglich waren: Ein paar Absagen musste auch der Männergesangverein verkraften. Nicht nur das Jahreskonzert musste ausfallen, auch ein geplantes Kirchenkonzert für November 2020 fiel der Pandemie zum Opfer. Aber gerade wenn auch weder gemeinsame Live-Proben noch Auftritte möglich sind: Regen Kontakt halten die Sänger trotzdem untereinander. „Bereits im Frühsommer haben wir unser erstes Info-Blättle erstellt, in dem der Vorstand monatlich Wissenswertes, aber auch Kurioses und Humorvolles übermittelt“, berichtet Kilgus. Chordirektor Dieter Aisenbrey versorge die 42 aktiven Sänger außerdem regelmäßig mit Audiodateien der Stücke, die der Gesangsverein auf die Bühne bringen wolle, sobald das möglich sei. Seit Anfang des Jahres treffen sich die Mitglieder außerdem wöchentlich zum digitalen Stammtisch. „Da findet meistens ein gepflegter Tratsch statt, der meistens etwas mehr als zwei Stunden dauert“, sagt Kilgus. „Da sich die Sänger zum Teil mehr als 50 Jahre kennen, sind natürlich Freundschaften entstanden, Familien haben sich gefunden und so ist auch ein reger Austausch über das Telefon und die sozialen Medien gewährleistet.“

Hoffen aufs Schaukelbratenfest

Angst ums Fortbestehen des Vereins hatten die Mitglieder bisher nicht – auch wenn durch abgesagte Feste wie die Kornwestheimer Tage, den Weihnachtsmarkt oder das traditionelle Schaukelbratenfest im Hirschgarten wichtige Einnahmequellen für den Männergesangverein weggefallen sind. „Wir haben in der Vergangenheit typisch Schwäbisch gelebt“, weiß Kilgus. „Deshalb können wir derzeit noch auf Erspartes zurückgreifen.“ Große Pläne für das aktuelle Jahr hat der MGV nach wie vor. „Wir hoffen, dass wir am letzten Juliwochenende unser Schaukelbratenfest und am 30. Oktober unser Jahreskonzert werden ausrichten werden können“, so Kilgus. „Auf was wir uns aber am meisten freuen ist, nach der Pandemie oder erfolgter Durchimpfung in geselliger Runde bei Bier oder Wein zusammenzusitzen, gemeinsam Lieder zu singen und von Angesicht zu Angesicht einen Schwatz zu halten.“

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