Kornwestheim Robos wechselt nicht nur die Straßenseite

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Simon Reuter und das Modell der neuen Halle. Sie wird ein Lager über zwei Etagen und viel Büroplatz bieten. Foto: Birgit Kiefer

Kornwestheim - Die Firma Robos verkauft Etiketten. Wenn man ihr selbst ein Etikett ankleben dürfte, wäre das passendste Label im Moment wohl: „Mittelständler im Aufbau“. 1000 Quadratmeter belegt das Unternehmen im Moldengraben aktuell, jetzt hat es ein 7583 Quadratmeter großes Gelände auf der gegenüberliegenden Straßenseite neben dem Techmoteum gekauft und baut dort eine nahezu quadratische Halle, in der 5000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen werden. Simon Reuter von der Geschäftsleitung spricht vom „größten Projekt in der Geschichte der Firma“. Sieben Millionen Euro investiert der Mittelständler. Ganz nebenbei wird Robos vom Mieter zum Vermieter. Seit Firmengründung im Jahr 1960 war die Zentrale in gemieteten Räumen untergebracht, nach dem Neubau wird das Unternehmen ein Fünftel der neuen Fläche vermieten.

Die Mitarbeiterzahl in Kornwestheim wird sich verdreifachen, wobei die Zahl der Arbeitsplätze bei Robos eigentlich nicht steigt. Die Firma legt nur drei Standorte zusammen. Seine Ursprünge hat sie in Zuffenhausen. Dieter Bodamer gründete damals einen Etiketten-Vertrieb. Von ihm stammt das „Bo“ in Robos. Das „Ro“ kommt von der Firma Rosenfelder aus dem Ort Schwanheim im Odenwald, die Etiketten im Siebdruckverfahren produziert. In Sinsheim ist die Tochterfirma Folit beheimatet, die auf Spezialfolien für die weiterverarbeitende Druckindustrie spezialisiert ist. In Kornwestheim sind Geschäftsführung, Verwaltung und Lager untergebracht. Die räumliche Zergliederung habe Nachteile mit sich gebracht, erläutert Simon Reuter. Daher sei schon seit Jahren klar gewesen – Simon Reuter spricht von einer „logischen Konsequenz“ –, dass eine Zusammenlegung erfolgt – die Frage war nur, wo?

Den Ausschlag für Kornwestheim haben die verkehrliche Anbindung und die Probleme, im ländlichen Raum qualifiziertes Personal zu bekommen, gegeben. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, die fiel nicht aus dem Bauch heraus“, sagt Simon Reuter. Gegen Kornwestheim sprachen vor allem die Grundstückspreise, die fast viermal so hoch wie im ländlichen Raum liegen.

Dazu kam: Die Stadt wollte gar nicht verkaufen. Sie zierte sich, weil sie sich so die Option bewahrte, das Techmoteum zu erweitern. Dieses ist aber inzwischen an die Firma Innovative Navigation verkauft worden. Und plötzlich war wieder Raum für Verhandlungen. Im vergangenen Jahr wurden die Gespräche konkreter.

Zusammen mit dem Fraunhofer Institut hat Robos die Halle geplant. Es wird ein Lager geben, das sich über zwei Etagen erstreckt, und zwei größere Bürobereiche. Die Produktion, in der 50 bis 55 Mitarbeiter beschäftigt sein werden, wird auf der unteren Ebene angesiedelt. Das Dach wird begrünt und mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet. Der Bau erreicht den Effizienzhausstandard 55. Um zu verhindern, dass die LKW – es werden täglich um die vier, fünf sein – im Moldengraben aufwendig rangieren müssen, wird der An- und Ablieferverkehr um die Halle herum geleitet. Das Gelände ist dafür groß genug – und es bietet auch die Möglichkeit, bei Bedarf noch anzubauen.

Viele ihrer Kunden kämen aus dem Speckgürtel von Stuttgart, berichtet Reuter, künftig könnte diesen auch mal schnell und ohne größeren Aufwand zum Beispiel die Druckabnahme demonstriert werden. Bis es so weit sein könnte, ist gar nicht so weit hin. Noch im Oktober möchte Robos den Startschuss für den Bau geben. Ende des kommenden Jahres soll der Umzug erfolgen.

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