Fußball Trainer Becker stellt sich selbst ins Tor

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Nicht verlernt. SVK-Trainer Sascha Becker stand zwischen den Pfosten. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Eine kleine Portion Frust war im Gesicht von Sascha Becker in der 45. Minute des Testspiels am Dienstagabend gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen, das der SVK mit 0:5 (0:1) verlor, schon zu erkennen. Der Trainer der Kornwestheimer Landesliga-Fußballer hatte zuvor im Stadion Jägerstraße das Tor der Gastgeber 44 Minuten lang sauber gehalten. Doch in der 45. Minute nutzte Calcio-Verteidiger Aaron Nkansah eine Lücke in der SVK-Abwehr und traf zur Führung. Besonders bitter für Becker: Der Ball ging durch die Beine des Aushilfskeepers, der wegen des urlaubsbedingten Fehlens seines Torhüter-Trios erstmals seit drei Jahren wieder im Kasten stand.

„Natürlich hat mich das ein bisschen geärgert. Aber auch nicht allzu lang“, sagte Becker, schickte aber gleich ein Lob an seine Mannschaft: „In der ersten Halbzeit haben wir als Team sehr gut funktioniert, daher war ich nur selten gefordert.“ Einige Male musste Becker aber mitwirken. Drei abgefangene Flanken, ein abgewehrter Schuss, eine Rettungsaktion nach einem Querschläger der Gäste und eben ein Beinschuss standen auf dem Arbeitsprotokoll des 35-Jährigen. Die Trainerrolle konnte Becker auf dem Feld aber nicht ganz ablegen. „Ordnung behalten“ und „geduldig sein“ rief er seinen Vorderleuten zu. Die setzten die Ansagen ihres mitspielenden Trainers sehr gut um. Mit viel Laufarbeit und flexibler Raumaufteilung ließen die Kornwestheimer dem Verbandsligisten kaum Platz, seine spielerischen Fähigkeiten umzusetzen.

Dank des konsequenten Pressings und des stetigen Zulaufens der Räume durch die agilen Martin Lombaya, Marco Reichert und Timo Stahl taten sich die Gäste im Spielaufbau schwer. In der Zentrale ackerte Stefano Nicolazzo, und die im Strafraum ankommenden Bälle klärten Mirsad Vejselovic und Lars Greinert rigoros. „Wir haben da einfach gut zusammengearbeitet. Das hatten wir uns genau so vorgenommen“, sagte Sacha Becker über die erste Halbzeit. Offensive Nadelstiche konnte der SVK nur in der Anfangsphase vereinzelt setzen. Ein Vorstoß von Martini Lombaya (6.), der in der vergangenen Saison noch bei den Gästen kickte, wurde abgeblockt, ein weiterer Abschluss von Kapitän Marco Reichert ging übers Tor (8.).

Nachdem Sascha Becker, für den SVK2-Keeper Patrick Schleicher eingewechselt wurde, in der zweiten Halbzeit wieder an der Seitenlinie Position bezog, hatte er deutlich häufiger Grund zur Kritik. Die Ordnung und Flexibilität gingen – auch durch diverse Auswechslungen – mehr und mehr verloren. Die Gäste nutzten die sich vor allem auf den Außenbahnen bietenden Räum aus und ließen Angriff um Angriff aufs SVK-Tor rollen. Marcel Bahm (59.), Diamant Avdiu (68.) und zweimal Valentino Stepcic (79., 89.) schraubten das Ergebnis bis zum Schlusspfiff noch auf 5:0. „Wir konnten unser System nicht mehr so umsetzen, aber der Gegner hatte auch eine große Qualität. Es war aber insgesamt ein guter Test für den Pokal“, sagte Becker mit Blick auf das anstehende Zweitrunden-Duell im WFV-Pokal gegen Verbandsligist TSG Backnang am Montag, 12. August, um 17.45 Uhr im heimischen Stadion an der Jägerstraße. SVK: Becker (46. Schleicher) – Greinert, Vejselovic (46. Waida), Wolf (46. Bölzle), Calaciura), Nicolazzo (62. Porubek), Polizoakis (46. Plitzner), Lombaya (62. Haut), Reichert, Löffler (46. Redjepi), Stahl (46. Janzer).

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