Kornwestheim Schautafeln erklären das Wohnraum-Problem

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Stellten die Ausstellung vor: Dr. Vinzenz Huzel, Andrea Tröscher, Daniel Güthler und Hans-Michael Gritz (von links). Foto: /Peter Meuer

Kornwestheim - Seit Kurzem stehen mehrere nagelneue Posterwände im Kornwestheimer Rathaus, prominent platziert inmitten des Foyers. Sie lösen das Problem zwar nicht, das sie ausführlich in Text, Bild und mit Infografiken behandeln. Aber immerhin dröseln sie es auf, erklären es, zeigen Lösungsansätze – und machen so am Ende doch zumindest ein wenig Hoffnung.

„Mehr bezahlbarer Wohnraum – aber wie?“ lautet der Titel der Ausstellung, die da am Dienstagabend eröffnet wurde. Die Schau wurde von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung gestaltet. Und entsprechend waren es auch Kornwestheimer Sozialdemokraten, allen voran Andrea Tröscher, die sie in die Stadt holten. Dass Kornwestheim erst die zweite Kommune sei, in der die Ausstellung gezeigt werde, berichtete Dr. Vinzenz Huzel vom Fritz-Erler-Forum, quasi die baden-württembergische Außenstelle der Friedrich-Ebert-Stiftung, in seinem Grußwort.

Die Frage nach bezahlbarem Wohnraum ist im gesamten Großraum Stuttgart – so wie eigentlich derzeit in allen deutschen Großstädten – überaus präsent. Zwar steht Kornwestheim für sich genommen gar nicht schlecht da, so gibt es mehr Auspendler als Einpendler und somit theoretisch-rechnerisch für jeden, der in Kornwestheim arbeitet, auch eine Wohnung. Des Weiteren sollen Neubauprojekte, etwa der städtischen Wohnbau, beispielsweise auch in der Zügelstraße oder Aufstockungsbauten in der Bolzstraße weitere Wohnungen schaffen.

Doch der Druck ist in Kornwestheim nichtsdestotrotz hoch. Wer in Ludwigsburg oder Stuttgart arbeitet, sucht eben auch hier nach einer Bleibe, alle regionalen Entwicklungen kommen auch in der Stadt an.

Wenn die Ausstellung also auch überregional – für ganz Baden-Württemberg – konzipiert ist, so passen ihre Leitfragen dennoch gut zu Kornwestheim: „Was ist los am Wohnungsmarkt? Welche Ursachen hat die aktuelle Wohnungsfrage? Was bedeutet ‚bezahlbar’? Welche Lösungsansätze gibt es?“

Gerade letztere, die Lösungsansätze, sind ein Kernelement der Schau. So werden beispielsweise verschiedene Modelle vorgestellt, die in anderen Städten zur Anwendung kommen und dort die Situation in Sachen Wohnungsmarkt zumindest entspannen. Da werden beispielsweise das 4-Häuser-Modell in Tübingen erklärt, wo selbstverwalteter Wohnraum geschaffen wird oder auch die Ulmer Spekulationsbremse.

Eine kurze Ansprache aus Sicht der örtlichen SPD hielt dann Hans-Michael Gritz, der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Gemeinderat. Gritz betonte, wie bedeutend die Frage nach der Schaffung von Wohnraum im Rahmen der aktuellen Haushaltsdebatten sei, setzte demografische Entwicklung und Gründe wie den starken Zuzug in Ballungsgebiete in Kontext. Ein Patentrezept gebe es leider nicht, sagte der Sozialdemokrat. Er warb dafür, genossenschaftlichen Wohnraum in den Fokus zu rücken, Mietpreisbremsen konsequent einzusetzen und Leerstände anzugehen. Und: „Leider sind die alten ESG-Gebäude nicht in unserer Hand“, ergänzte er mit Blick auf eben jene früheren Eisenbahnerwohnungen an der Bolzstraße, die schon länger der Wohngesellschaft Vonovia gehören.

Auch der Kornwestheimer Baubürgermeister Daniel Güthler sprach ein Grußwort. Vieles habe ihm Hans-Michael Gritz schon vorweg genommen, sagte Güthler. „Unsere Aufgabe ist es als Stadt, Wohnraum zu schaffen, aber auch zu erhalten“, betonte der Baubürgermeister und wies außerdem auf die „starke Schulter“ der städtischen Wohnbau hin.

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