Kornwestheim Schlaue Etiketten aus Kornwestheim

Von
Daniel Sugg (links) und Simon Reuter (Mitte) haben im Frühjahr die Geschäftsführung von Robos übernommen. Der bisherige Geschäftsführer Harry Reuter (rechts) arbeitet noch als Key Account Manager mit. Foto: z

Kornwestheim - Wenn Simon Reuter über die Firma Robos spricht, dann spricht er über ein Unternehmen im Wandel. Robos stellt Heftetiketten und Booklets her. Druckwerke sind es, die hundertausendfach auf ganz unterschiedlichen Produkten landen – von der Colaflasche bis zum Werkzeug. Sie werben, aber sie enthalten auch Sicherheits- und Warnhinweise. Robos, im Kornwestheimer Moldengraben angesiedelt, ist eine Druckerei, wenn auch eine hoch spezialisierte. „Wir bringen viele Informationen auf wenig Raum unter“, erklärt Simon Reuter. Dafür arbeite man mit 400 Materialien auch für schwierige Unterlagen, verschiedenen Druckverfahren, komplexen Schnittmustern.

Vor einigen Jahren wäre der Robos-Markenkern damit auch schon zum größten Teil erklärt gewesen. Doch wer anno 2019 dem 38 Jahre alten Simon Reuter zuhört, der bekommt schnell den Eindruck, dass die Geschichte des immerhin fast 60 Jahre alten Unternehmens erst beginnt – oder doch zumindest derzeit ein neues Kapitel aufgeschlagen wird.

Im Frühjahr hat Simon Reuter die Geschäftsführung bei Robos übernommen, die sein Vater Harry Reuter seit 1989 innehatte. Ein großer Schritt, den Simon Reuter nicht alleine geht. Ihm zur Seite steht ebenfalls als geschäftsführender Gesellschafter Daniel Sugg, zwei Jahre älter als Simon Reuter. Beide gemeinsam hatten schon vorher jahrelang im Vertrieb des Unternehmens mitgearbeitet, beide sind Betriebswirtschaftler und haben ein Duales Studium auf der Berufsakademie und bei Robos absolviert. „Daniel Sugg ist stärker für Themen wie Technik und Produktion zuständig, ich im Bereich Marketing und Vertrieb“, erläutert Simon Reuter die Arbeitsteilung. Harry Reuter, 65, wirkt noch als Key Account Manager mit.

Die Digitalisierung ist das Thema der neuen Generation bei Robos. Sie schlägt beim Etikettendruck gerade voll durch. Simon Reuter und Daniel Sugg wollen als neue Geschäftsführer diesen Weg mitgehen – oder besser: sie müssen es nach Reuters Ansicht. „In den nächsten Jahren wird hier wahnsinnig viel passieren.“

Es gehe in Sachen Produktetiketten um nichts weniger als darum, „die reale mit der virtuellen Welt zu verbinden“, ergänzt Reuter. Mit „Robos connect“ hat man dafür unlängst ein eigenes Produktportfolio geschaffen. Die mittlerweile weit verbreiteten QR-Codes sind hierbei schon fast gewöhnlich zu nennen. Es geht auch beispielsweise darum, Computerchips in Druckprodukte einzufügen, die Sicherheits-Informationen oder Gebrauchsanweisungen enthalten oder auf diese verweisen. Oder darum, ein jedes Etikett individuell drucken zu können und mit ganz eigenen, individualisierten Inhalten zu verknüpfen, die online bereit stehen. Ein Beispiel: Jemand erhält ein Geschenk, sagen wir Schokolade. Der Beschenkte scannt ein Bild auf der Verpackung ab, wird online dann zu einem eigens für ihn gestalteten Video weitergeleitet. „Smart Labeling“, nennt Reuter die Verknüpfung von IT und Druck. Ohne aktuelle Digitaldruckverfahren gehe das nicht.

Eine andere kleine Revolution hat das Unternehmen übrigens bereits 2017 hinter sich gebracht. Seinerzeit bündelte Robos sämtliche Abteilungen und die Produktion in Kornwestheim, im viele Millionen Euro teuren Neubau im Moldengraben. Hier ist immer noch Platz für Erweiterungen, sagt Simon Reuter. Sie könnten notwendig werden: Robos ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. 2010 hatte die Firma 25 Mitarbeiter, heute sind es ungefähr 90.

Artikel bewerten
2
loading
 
 

Sonderthemen