Kornwestheim Schullandschaft: Im Osten was Neues

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Bekommt einen Neubau auf dem Schulcampus Ost: die Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftssschule, Foto: /Anne Fuhrmann

Kornwestheim - Schantz, Wanitschek, Gritz, . . . – Name für Name rief Oberbürgermeisterin Ursula Keck auf und bat ums Votum. Am Ende sprachen sich in der namentlichen Abstimmung, um die die CDU-Fraktion gebeten hatte, 19 Stadträte für die Variante „Campus Ost“ aus, sieben für das Modell „Status quo“. Damit war die Entscheidung gefallen. In Nachbarschaft zur Theodor-Heuss-Realschule entsteht der Schulcampus Ost mit der Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule, die ihren Standort an der Rechbergstraße verlassen und in einen Neubau ziehen wird, und mit einer neuen zweizügigen Grundschule. Seinen Standort muss mit diesem Beschluss auch das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) ändern. Es zieht von der Eugen-Bolz-Straße in die Räumlichkeiten der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule. Die Eugen-Bolz-Schule kann damit auf drei Klassen pro Jahrgang wachsen. Das Gymnasium, die Schiller-, die Silcher- und die Philipp-Matthäus-Hahn-Grundschule – sie ist weiterhin dreizügig – bleiben an Ort und Stelle.

Die Stadträte tauschten ihre Argumente noch einmal aus, ohne dass man die jeweils andere Seite davon überzeugen konnte. CDU, FDP, Grüne und Linke stimmten geschlossen für den Campus Ost, für den auch Oberbürgermeisterin Ursula Keck (parteilos) votierte, die SPD sprach sich einheitlich fürs Modell „Status quo“ aus, das aus den Reihen der Freien Wähler, die uneinheitlich abstimmten, auch von Gabi Walker und Wolfgang Kühn unterstützt wurde. Stadtrat Dr. Roland Bertet (SPD) äußerte in seiner Stellungnahme Kritik an der Bürgerversammlung. Die sei viel mehr eine Werbeveranstaltung für den Campus Ost gewesen. Es hätte auch jemand auf dem Podium sein müssen, der für den Verbleib der Philipp-Matthäus-Gemeinschaftsschule an der Rechbergstraße sei, so der Sozialdemokrat. „Das habe ich vermisst, das hat mich gestört“, sagte Bertet. Der frühere Leiter der Gemeinschaftsschule kritisierte auch, dass es in der ganzen Diskussion viel zu selten um pädagogische Argumente gegangen sei als viel zu häufig um Synergieeffekte.

Die Kritik wies die Oberbürgermeisterin zurück. Zum einen sei durch die Zusammenarbeit mit den Kornwestheimer Rektoren und diversen Experten ganz viel Pädagogik in den Prozess eingeflossen, zum anderen habe man sich im Ältestenrat des Gemeinderats gemeinsam darauf verständigt, wer als Redner zur Bürgerversammlung eingeladen worden. Es sei mit Hubert Haaga, Direktor des staatlichen Schulamtes Ludwigsburg, zudem nicht besprochen worden, welches Modell er favorisiert.

53,7 Millionen Euro sind derzeit für die Fortentwicklung der Kornwestheimer Schullandschaft veranschlagt. Die Stadträte haben nicht die Hoffnung, dass diese Summe reichen wird. Man könne nicht von der prognostizierten Summe ausgehen, sondern müsse Preissteigerungen im Blick haben, sagte beispielsweise der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans Bartholomä. 60 Millionen Euro würden es wohl werden, mutmaßte Markus Kämmle (Freie Wähler).

Ob der Gemeinderat die richtige Entscheidung getroffen habe, das werde man wohl erst in 20 Jahren wissen, sagte FDP-Stadtrat Ender Engin. Er sieht für die Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule eine große Chance in dem neuen Standort. Sie müsse ihr Marketing verbessern, „und dann wird sie den Campus Ost schon rocken“.

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