Kornwestheim Schwerkranke Kinder ziehen später ein

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Im Gebäude der Zurich-Versicherung ist eine Einrichtung für die Intensivpflege von jungen Patienten geplant. Foto: Anne Fuhrmann

Kornwestheim - So schnell wie zuerst gedacht geht es nicht. Eine Verzögerung führt dazu, dass von der neuen Einrichtung für schwer- und schwerstkranke Kinder in der Kornwestheimer Eastleighstraße bisher noch nichts zu sehen ist. Eigentlich sollte sie schon im vergangenen März eröffnet werden. Damit wurde es allerdings nichts, weil die Baugenehmigung lange Zeit nicht vorlag, erklärt Anja Boutbel, eine der beiden Geschäftsführerinnen, auf Nachfrage. Bisher konnte mit den Arbeiten daher noch nicht begonnen werden. Bald soll es aber losgehen. Voraussichtlich im Juli werden die Arbeiten starten. „Wir stehen schon in den Startlöchern“, sagt Boutbel, die bei der Bärenstark GmbH hauptverantwortlich für das Projekt ist. Die Eröffnung ist für Dezember angedacht.

In den Räumlichkeiten im Gebäude der Zurich-Versicherung plant die Bärenstark GmbH die Einrichtung für die Intensivpflege von jungen Patienten. Auf rund 1200 Quadratmetern sollen ehemalige Büros in Pflegeflächen umgewandelt werden. Dabei geht es darum, ein stationäres Angebot für 17 Kinder und Jugendliche im Alter von null bis 18 Jahren zu schaffen.

Schwer- und schwerstkranke Kinder brauchen eine besonders intensive Betreuung. Sie müssen teilweise oder ständig beatmet werden und haben darüber hinaus meist weitere körperliche Einschränkungen.

Die bisherigen Büroflächen in der Eastleighstraße müssen daher für die Umsetzung des Projekts komplett umgebaut und saniert werden, damit pflegebedürftige Kinder und Jugendliche dort leben können. Für sie sollen Einzel- und Doppelzimmer geschaffen werden. Auch Gemeinschafts-, Lager- , Medikamenten- und weitere Räume sind eingeplant.

Für Eltern bedeutet die Pflege ihrer schwer- und schwerstkranken Kinder nicht nur eine körperliche, sondern auch eine psychische Belastung. Nicht alle trauen sich die medizinische Versorgung zu. An diese Familien richtet sich das Angebot des Unternehmens. Speziell geschulte Pflegekräfte kümmern sich in den stationären Einrichtungen um die jungen Patienten. Pädagogen und Therapeuten behandeln die Kinder und Jugendlichen zum Beispiel mithilfe der Ergo-, Physio- und Musiktherapie und Logopädie. Bei regelmäßigen Visiten schaut außerdem ein Arzt nach ihnen.

Derzeit werden vier Bärenstark-Einrichtungen an den Standorten Darmstadt, Essen, Dresden und Heppenheim betrieben. Das Angebot in Kornwestheim wird der fünfte Standort des Unternehmens werden. Darüber hinaus will die GmbH um drei weitere Stützpunkte in Hamburg, Berlin und Leipzig auf insgesamt acht Einrichtungen wachsen.

Dass die Wahl auch auf Kornwestheim gefallen ist, kommt dabei nicht von ungefähr: Das Unternehmen hat sich vorher damit befasst, wo der Bedarf gegeben ist.

Mit der Eröffnung sollen die ersten Kinder in der Eastleighstraße ein Zuhause finden. „Es gibt schon Anmeldungen“, bestätigt Boutbel. Überall in der Region, wo man das Angebot vorgestellt habe, zum Beispiel in Kliniken, sei man mit offenen Armen empfangen worden.

Neben dem stationären Angebot versorgen die Mitarbeiter der Bärenstark GmbH auch ambulant. Schon im Sommer soll das erste Kind auf diese Art betreut werden.

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