Kornwestheim Seit 40 Jahren ein uriger Treffpunkt, seit drei Jahren offizielle VfB-Fan-Kneipe

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Marcel Demirok ist der Pächter des Brünnle. Foto: /Peter Meuer

Kornwestheim - Das „Brünnle“ kann mittlerweile durchaus als Bestandteil der Kornwestheimer Zeitgeschichte genannt werden. Genau 40 Jahre wird die urige Kneipe in diesem Jahr alt. Sie liegt etwas versteckt im Innenhof einer Häuserzeile an der Theodor-Heuss-Straße, nahe der Sporthalle Ost und dem Alfred-Kercher-Bad.

Der Charme ist in all den Jahrzehnten ähnlich geblieben: Als „urig“ bezeichnet sich das Brünnle selbst und die Beschreibung passt gut, betrachtet man das eher rustikale Interieur, die alten Werkzeuge und Kochutensilien an den Wänden und neben der Theke, die Fässer und die vielen Tonkrüge.

Ein modernes Moment steuern allerdings die großen Flachbildschirme bei, von denen gleich mehrere im Brünnle zu finden sind. „Wir sind seit 2016 offizieller Fantreff des VfB Stuttgart“, berichtet Marcel Demirok. „Bei uns laufen deswegen zuverlässig die Spiele des Vereins“, sagt er.

Er ist Pächter der Kneipe und als Endzwanziger wesentlich jünger als das Etablissement selbst. Ins Leben gerufen wurde das Brünnle anno 1979 von den Eheleuten Anita und Achim Schubecker, doch schon seit mehreren Jahren betreibt es der junge Kornwestheimer, unterstützt von seinen Eltern.

Marcel Demirok ist im Mai für die Kornwestheimer FDP in der Gemeinderat gewählt worden. Dass das – zumindest zum Teil – auch mit dem Brünnle zusammenhängt, das ist wohl keine zu gewagte politische These. Denn ein Kneipenwirt, der ist bekannt in der Stadt, und wer die Menschen kennt, der bekommt natürlich auch so manche Stimme.

„Da das Brünnle aber nur ein Nebenerwerb ist und wir alle einem Hauptberuf nachgehen, öffnen wir meist erst um 16 Uhr“, ergänzt der junge Wirt. Dass man sich die Dienste aufteile, auch noch eine Bedienung angestellt habe, berichtet der 51 Jahre alte Michael Demirok, Marcel Demiroks Vater. „Das macht Spaß hier. Sonst würde man es nicht machen.“

Zum VfB noch eines: Fantreff werden, das war gar nicht so einfach. „Da war zweimal jemand da und hat geprüft, ob wir das alles richtig machen und im Griff haben. Beispielsweise müssen wir ja Halbzeit-Rote servieren“, berichten die Wirte grinsend. Am Ende hat aber alles gepasst: Der Fanbeauftragte und ehemalige Profispieler Peter Reichert kam vorbei, gratulierte und überreichte einen Wimpel.

Übrigens: Schon im August hat das Brünnle sein 40-jähriges Jubiläum gefeiert. Rund 200 Besucher kamen zum Feiern, sehr viel mehr, als mal so eben in die nicht eben riesige Kneipe passen – weswegen man auch draußen Bänke aufgestellt hatte. Er wurde dabei Geld für den guten Zweck gesammelt, eine Tombola dafür ausgerichtet.

Am Ende kamen so mehr als 2200 Euro für die Sabine-Dörges-Stiftung für krebskranke Kinder und Jugendliche zusammen. „Das war ein echt schöner Abend“, berichten die Demiroks.

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