Kornwestheim Selbst der durchtrainierte Kickboxer fühlte sich unwohl

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Daniel Mogus (rechts) und sein Trainer Foto: Peter Meuer

Kornwestheim - So etwas, sagt Daniel Mogus, habe er noch nicht erlebt. „Da ist so viel Krasses passiert, das war wirklich gefährlich.“ Der 21 Jahre junge Mann war am späten Samstagabend mit einem Freund am Stuttgarter Schlossplatz unterwegs, als er unbeabsichtigt mitten in die Krawalle geriet.

„Wir haben Gegröle gehört und dachten zuerst an Fußballfans“, sagt er. Dann waren da plötzlich die Menschenmengen, Gruppen, die auf die Polizei losgingen, Flaschen, die flogen, Beamte, die Pfefferspray einsetzten – und Daniel Mogus und sein Bekannter mittendrin.

Daniel Mogus stammt aus Möglingen, in Kornwestheim kennt man ihn aus dem Team Lalli und von „Fight & Fun“, er ist ein durchtrainierter, junger Mann, ein talentierter Kickboxer. Dass er sich in dieser Lage sehr unwohl fühlte, betont er dennoch. „Auch, wenn ich Kampfsport mache: Wenn mich eine Flasche am Kopf trifft, verletzt sie mich genauso.“ Mit seinem Freund hat er er sich daher zum Club Waranga zurückgezogen. Dort beobachtete er die Randale und hielt zwischenzeitlich durch Zureden einen losen, ziemlich betrunkenen Bekannten davon ab, ebenfalls Flaschen zu schmeißen. Mogus hat wenig Verständnis dafür, was am Schlossplatz passiert ist. „Da zückten Leute Messer und haben Reifen abgestochen, die Polizei wurde angegriffen, viel Zeug flog durch die Gegend. Da ging es nur um Zerstörung. Und auch Unbeteiligte waren in Gefahr.“ Auch Lazaros „Lalli“ Emmanouilidis kritisiert die Randalierer deutlich. „Da waren viele Aggressionen“, sagt er und wirbt, ganz Sporttrainer, dafür, sich lieber beim Training auszupowern, als so einen „Mist“ anzustellen. Und aus Selbstverteidigungssicht? Was tun, wenn man in eine solche Situation kommt? „Wir machen hier Kampfsport, keine SV“, schränkt Lalli ein. „Aber davon abgesehen hat Daniel sich richtig verhalten.“ Sein Schüler habe sich in Sicherheit gebracht und noch dazu jemanden davon abgehalten, ebenfalls Flaschen zu werfen – „und zwar mit Worten“.

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