Kornwestheim So entsteht der Carrillotoon der Woche

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Hat sich das Zeichnen selbst beigebracht: Karikaturist Hugo Carrillo. Foto: /Jacqueline Fritsch

Kornwestheim - Wer freitags die Kornwestheimer Zeitung liest, bekommt Woche um Woche eine neue Karikatur zu sehen. Eine Zeichnung, die ein Thema aufgreift, das die Stadt und ihre Bürger aktuell beschäftigt. Das Bild stammt jedes Mal von Hugo Carrillo. Er bespricht, zeichnet, verbessert und koloriert die ganze Woche, um den Lesern jedes Mal etwas Neues zu bieten.

Und so sieht eine Woche bei Hugo Carrillo aus:

• Montag: Gegen 17 Uhr kommt Hugo Carrillo in die Redaktion der Kornwestheimer Zeitung. Jede Woche ist er gespannt, was er zeichnen darf. Denn die Idee stammt aus der Redaktion. Dort ballt sich das Wissen, was die Bürger in dieser Woche umtreibt und umtreiben wird. Oft bekommt Hugo ein paar Fotos, damit er Gebäude und Plätze originalgetreu zeichnen kann. „Das Rathaus habe ich auswendig im Kopf, das habe ich ja schon 100 Mal gezeichnet“, sagt Hugo und lacht. • Dienstag: Nun sind die Redakteure gespannt. Es ist der Tag, an dem Hugo den ersten Entwurf der Karikatur bringt. Ist alles so, wie man es sich vorgestellt hat? Muss Hugo noch etwas verbessern? Manchmal sind es Kleinigkeiten, andere Male passt gleich alles.

• Mittwoch: Heute präsentiert Hugo den fertigen Entwurf. Die schwarz-weiße Zeichnung scannt er ein, um ihr zuhause Farbe zu verleihen. Das passiert digital und kann mehrere Stunden dauern – je nachdem, wie viele Details die Zeichnung enthält.

• Donnerstag: Die Redaktion bekommt eine E-Mail mit der fertigen Karikatur.

• Freitag: Die Karikatur erscheint in strahlenden Farben in der Kornwestheimer Zeitung. Hugo besucht auch freitags die Redaktion und sichert sich digitale und gedruckte Ausgaben für sein Archiv.

Im Jahr 2013 ist zum ersten Mal eine Karikatur von Hugo Carrillo in der Kornwestheimer Zeitung erschienen. „Ich habe mir damit einen Traum erfüllt: Meine Karikatur in einer deutschen Zeitung sehen“, sagt Hugo. Der gebürtige Mexikaner habe früher bereits für drei Zeitungen in der Heimat gezeichnet. Hauptberuflich war er in Mexiko Sportlehrer. Vor 16 Jahren ist er der Liebe wegen nach Deutschland gezogen und wollte weiterhin Kinder unterrichten. Für die Anerkennung mussten aber so viele Dokumente vorliegen, dass er irgendwann aufgegeben hat. Also hat er das Zeichnen zum Beruf gemacht. Kornwestheim ist ihm schnell ans Herz gewachsen. Seine Erfindung „Mexikornwestheim“, eine Mischung aus Mexiko und Kornwestheim, trägt er als Schriftzug auf Jacken und T-Shirts. Oft vermisst er aber seine Familie in Mexiko. „Das ist das Gute am Zeichnen: Es ist für mich eine Therapie, dabei kann ich alles vergessen“, sagt Hugo.