Kornwestheim Sozialdemokraten hätten es gerne grüner

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SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Michael Gritz fährt oft mit dem Rad. Bei einer Tour durch die Stadt erläuterte er die Ideen seiner Partei, zum Beispiel zum Marktplatz. Foto: Anne Fuhrmann

Kornwestheim - Regelmäßig tritt Hans-Michael Gritz in die Pedale. „In Kornwestheim kann man alles gut mit dem Rad erreichen“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. Was bietet sich daher besser als Fortbewegungsmittel an, um bei der Kommunalwahlserie unserer Zeitung die aus Sicht der Sozialdemokraten wichtigsten Punkte anzusteuern? Die Entscheidung für eine Radtour ist aber auch deshalb gefallen, weil es bei dieser Form der Mobilität noch einiges zu tun gibt, wie Gritz während der nächsten 90 Minuten erläutern wird.

Los geht die Fahrt in der Bahnhofstraße. Dort sieht die SPD in mehrfacher Hinsicht Handlungsbedarf. „Die Situation ist unbefriedigend. Permanent wird hier falsch geparkt“, kritisiert Gritz und deutet auf ein Auto, das außerhalb der markierten Flächen mitten auf dem Radweg steht. Die Sozialdemokraten wollen die Aufenthaltsqualität in der Bahnhofstraße verbessern. Damit meinen sie unter anderem, dort eine Fußgängerzone einzuführen. „Man könnte damit anfangen, dass man wieder eine Tempo-20-Zone einrichtet, wie es sie früher einmal gab“, schlägt der Fraktionsvorsitzende vor, der für den Gemeinderat auf dem Listenplatz 3 kandidiert. Auch in Sachen Klimaschutz könnte man mehr tun, meint er. Einen Antrag auf mehr Begrünung habe die SPD gestellt. „Dieser müsste wieder auf die Tagesordnung“, sagt Gritz, bevor er sich wieder in den Sattel schwingt. Nächster Stopp ist die Ecke Bahnhofstraße/Friedrichstraße, wo der Sozialdemokrat in Richtung Kinderhaus Karlstraße zeigt: „Unser Ziel ist es, die Gebührenfreiheit von Kindergärten zu erreichen.“ Er verweist auf andere Städte und Bundesländer, in denen das schon länger der Fall ist. Auch in Kornwestheim hält Gritz die Beitragsfreiheit für Kitas für möglich.

Der Holzgrundplatz: „Nicht ideal“

Den dritten Halt legt der Stadtrat nur wenige Meter weiter, am Holzgrundplatz, ein. „So wie der Platz jetzt ist, ist er nicht ideal.“ Was den Sozialdemokraten fehlt, ist eine „angemessene Begrünung und Beschattung“, wie es im Wahlprogramm heißt. Dabei ist Hans-Michael Gritz durchaus bewusst, dass man aus statischen Gründen untersuchen muss, was dort machbar ist und was nicht. Grundsätzlich aber müssten die Aufenthaltsqualität verbessert und beispielsweise mehr Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Wenn es mit der Fußgängerzone klappe, könnten die Randbereiche stärker begrünt werden, schlägt Gritz vor. Unter anderem fordert die SPD, dass der Umweltbeirat wieder eingesetzt wird.

Dann geht es weiter die Güterbahnhofstraße hoch. Am Kino bleibt der Stadtrat stehen. Auch hier bemängelt Gritz die „permanente Falschparkerei“. Vor allem für Fahrradfahrer sei die Situation schwierig, denn viele Autofahrer wüssten nicht, dass die Einbahnstraße mit dem Rad in beide Richtungen genutzt werden kann. „Wenn man will, dass mehr Leute aufs Rad umsteigen, dann müsste man mehr tun“, betont er. Die dort aufgebrachten Piktogramme seien nicht genug. „Eventuell sollte man Poller aufstellen.“ Die SPD fordert außerdem, die Radwegekommission wieder einzusetzen, um solche Stellen radfreundlicher zu gestalten.

Um diese Form der Mobilität geht es auch beim nächsten Stopp: der Bahnhofsbereich. Dort schlägt die SPD vor, ein Fahrradparkhaus mit mehreren Stockwerken und Schließfächern – anstelle der jetzigen Unterstände – zu installieren. „Das ist Zukunftsmusik“, gibt Gritz zu. Aber für die Pendler sieht er das als Verbesserung an. Ein weiteres Thema ist für die Sozialdemokraten die Schusterbahn. Sie wollen sich dafür einsetzen, dass die Bahnstrecke Kornwestheim – Untertürkheim von Markgröningen nach Esslingen verlängert wird. „Das ist für uns ein kreisweites Anliegen.“ Wenn die Frequenz höher sei, werde die Verbindung stärker genutzt.

Nordostring: Nicht mit der SPD

Am Spielplatz im Stotzgebiet steigt Gritz erneut vom Rad. Er werde rege genutzt. Aber nun müsse wieder mehr getan werden, nachdem die Stadt aus Spargründen dort längere Zeit nicht investiert habe.

Das Thema Senioren spricht Hans-Michael Gritz wenige Meter weiter dann am Jakob-Sigle-Platz an. Hier zeigt sich, dass die Gehwege zum Teil in keinem guten Zustand ist. Nachbarn, die einen Rollator nutzen, hätten ihm berichtet, dass sie wegen der Unebenheiten diese Stelle meiden, sagt der Stadtrat, der zu bedenken gibt, dass die Stadt auch etwas für ihre älteren Bürger tun muss.

Weiter geht es zum Marktplatz. Auch hier mangelt es nach Ansicht der SPD an ausreichend Grün und weiteren Sitzmöglichkeiten, um die Fläche attraktiver zu gestalten. Dann kommt Gritz auf das Thema Bildung zu sprechen: „Im Moment sind wir der Meinung, dass man die Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule lassen soll, wo sie jetzt ist“, sagt er mit Blick auf die schulbauliche Entwicklung in der Stadt. Am jetzigen Standort seien Kooperationen mit dem Gymnasium und eine gymnasiale Oberstufe einfacher machbar. Für das Museum im Kleinhues-Bau wünscht sich Gritz eine weitere historische Ausstellung.

Letzte Station ist der Hornbergdurchlass. Den Stopp nutzt der Stadtrat, um über den geplanten Nordostring zu sprechen: „Es ist eine klare Sache, dass wir das nicht wollen“, sagt er. Die Mittel sollten stattdessen in den Ausbau des ÖPNV und des Radwegenetzes gesteckt werden.

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