Kornwestheim Später dann mit Kusshand

Von Marius Venturini
EIne Oboe kann ganz schön Geld kosten. Foto: dpa

Es gibt Instrumente, die haben Kinder sofort auf dem Schirm. Bei der Musikschule sollen nun aber seltenere Gattungen in den Fokus rücken. Wie genau, das weiß Leiterin Sabine Segmiller.

Frau Segmiller, wie sind die Anmeldezahlen für das neue Musikschuljahr denn bisher?

Mein bisheriger Eindruck ist gut. Dieses Gefühl hatte ich schon vor den Ferien. Im Februar wurde auch schon unser Schnuppertag fantastisch angenommen, und auch beim zweiten Schnuppertag am 14. Mai waren viele wieder mit dabei.

Jetzt lockt die Musikschule mit speziellen Angeboten für bestimmte Instrumente. Für Unterricht an Oboe, Tuba, Posaune, Horn und Akkordeon gibt’s 20  Prozent Nachlass. Sind diese Instrumente eher weniger gefragt?

„Weniger gefragt“ vermittelt gleich „uncool“. Das wird den Instrumenten nicht gerecht. Die Instrumente sind generell einfach eher selten. Horn, Tuba oder Oboe kennt nicht jeder Sechsjährige, der sich für ein Instrument entscheidet. Andererseits sind sie in Orchestern relevant und sehr gefragt.

Gitarre und Schlagzeug besonders gefragt

Die Leihinstrumente gibt’s außerdem kostenfrei. Wo liegt denn der Kaufpreis für eine, sagen wir mal, Oboe?

Das kann man recht schlecht schätzen, aber bei einer Oboe als Schülerinstrument kommt man schon auf 2000 Euro. Aber auch eine gute Geige kostet Geld. Bei einer Oboe überlegt man sich die Anschaffung aber vielleicht eher zweimal, weil man sie im Zweifel eben schwieriger weitergeben kann. Daher gibt es bei uns das Angebot, damit sich die Kinder trotzdem trauen, das Instrument zu erlernen.

Was ist aktuell besonders nachgefragt?

Das sind natürlich Gitarre, Keyboard, Schlagzeug und Klavier. Aber wir hatten auch viele Nachfragen bei den Geigen.

Orchester war eingangs das Thema: Gibt es etwas Neues in Sachen Jugendblasorchester, das mangels Musikerinnen und Musikern derzeit ruhen muss?

Wir sind nach wie vor in Gesprächen mit den Städtischen Orchestern. Für das Kinderfest, das nun ja nicht stattfindet, war eigentlich ein Kooperationsangebot geplant gewesen. Aber ich bin mir sicher, dass wir eine alternative kreative Idee entwickeln. Die Musikschule bietet aber ebenfalls die Möglichkeit zum Zusammenspiel im Ensemble an. Und ich kann mich nur wiederholen: Oboisten oder Tubisten werden später, um welches Orchester auch immer es sich handelt, mit Kusshand genommen.

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