Kornwestheim Stadt kauft Luftfilter für Schulen

Von
An den Kornwestheimer Schulen kommen künftig PCR-Pooltests zum Einsatz. Foto: dpa

Kornwestheim - Schon vor einigen Wochen begann die Kornwestheimer Kommunalpolitik über die Frage zu diskutieren, ob und wie Luftfilteranlagen in den Schulen die Luft säubern und so vor Corona schützen sollen – und ob Fördermittel vom Land abgerufen werden müssen. Die Kornwestheimer Grünen stellten zwei Ratsanträge zum Thema, auch andere Fraktionen – etwa die Freien Wähler – fordern die Beschaffung von Luftfilteranlagen. Baubürgermeister Daniel Güthler trat zunächst auf die Bremse. „Wir sollten uns schlau machen, bevor wir darüber entscheiden“, sagte er.

Doch das ist offenbar nun passiert. Erledigt haben sich die Anträge der Grünen damit zwar nicht, sie stehen am 21. September auf der Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt und Technik (AUT). Aber: Die Stadt hat bereits Untersuchungen anberaumt und wird nun Geld in die Hand nehmen. Zehn mobile Raumlüfter sollen in acht Klassenzimmern und zwei Kita-Räumen zum Einsatz gelangen, die nur eingeschränkt gelüftet werden können, wie die Stadt bekannt gab. Landesfördermittel seien dafür beantragt worden, heißt es weiterhin. 37 000 Euro kostet die Maßnahme insgesamt, man hofft, die Hälfte des Geldes zurückzuerhalten.

Kohlenstoffdioxid messen

Zudem investiert Kornwestheim in CO2-Messgeräte. Alle Unterrichtsräume an den Schulen sowie die Gruppenräume der Kindertagesstätten sollen damit ausgestattet werden. 250 Geräte ordert die Stadt insgesamt, sie zeigen an, wenn die Luftqualität nachlässt und eine Lüftung sinnvoll ist. Für die Anschaffung, die rund 19 000 Euro kosten wird, hat die Stadt ebenfalls Landesfördermittel beantragt. Übrigens: Im Ernst-Sigle-Gymnasium gibt es bereits einige CO2-Messgeräte, Schüler haben sie entwickelt und gebaut.

Vor allem im Winter, so heißt es von den Neuntklässlern, die das Projekt im Fach NWT umgesetzt haben, sei es sehr sinnvoll, regelmäßig zu schauen, ob gelüftet werden muss. Einfach die Fenster aufsperren, gehe wegen der Kälte ja nicht.

Neue Schnelltest-Strategie

Ein wichtiger Pfeiler für die Sicherheit an den Schulen seien die Coronatests für Schüler und Lehrkräfte, schreibt die Stadt. „Alle Personen, die am Schulleben teilnehmen, müssen sich zweimal pro Woche testen lassen“, sagt Michael Siegel, Leiter des Fachbereichs für Recht, Sicherheit und Ordnung mit Blick auf die Coronaverordnung. Allerdings hätten die Erfahrungen gezeigt, dass die Handhabung der bisher verwendeten Schnelltests nicht immer einfach ist, es auch zu falschen Positivdiagnosen gekommen sei. Auf diese Probleme reagiert die Stadt nun ebenfalls. Nachdem die Stadt Freiburg im Rahmen eines Pilotprojektes „sehr gute Erfahrungen“ mit PCR-Pooltests an Schulen und Kindertageseinrichtungen gemacht habe, soll dieses Verfahren mit Beginn des neuen Schuljahres auch an den Schulen in Kornwestheim zum Einsatz gelangen, die Kosten hierfür trägt das Land.

Keck: „Präsenzunterricht ist wichtig“

Jeweils montags und donnerstags werden dabei unter Aufsicht von Lehrern Proben entnommen, und zwar mit der sogenannten Lolli-Methode. Kinder lutschen hierbei 30 Sekunden lang an einem Tupfer. Alle Tupfer der Kinder aus einer Klasse bilden einen Pool. In einem Labor in Ludwigsburg werden die gesammelten Tupfer noch am gleichen Tag ausgewertet, sodass das Ergebnis am nächsten Schultag vorliegt. Wird in einem dieser Pools das Coronavirus nachgewiesen, folgen Quarantäne und weitere Tests. „Dieses Verfahren liefert exaktere Ergebnisse, ist kostengünstiger und schont Ressourcen“, so Michael Siegel.

„Die Erfahrungen der vergangenen Monate haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Schüler und Schülerinnen in Präsenzform unterrichtet werden“, ergänzt Oberbürgermeisterin Ursula Keck. „Auch eine verlässliche Kinderbetreuung ist für Familien von elementarer Bedeutung“, begründet sie, warum die Investitionen und Maßnahmen sinnvoll sind.

Artikel bewerten
3
loading
 
 

Sonderthemen