Kornwestheim Stadt stellt Geld für den Klimaschutz bereit

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Solarzellen: Auch auf Kornwestheimer Dächern sollen mehr Panels landen. Foto: dpa

Kornwestheim - Die Anstrengungen der Stadt Kornwestheim in Sachen Klimaschutz sind in der jüngeren Vergangenheit durchaus sichtbar gewesen. Erst kürzlich teilte die Energiemanagerin Solvejg Kretzschmar mit, dass die Stadt anno 2018 immerhin rund 80 000 Euro an Energiekosten eingespart habe – was natürlich auch weniger Emissionen bedeutet und somit gut fürs Klima ist. Ein weiteres Beispiel: Mitte September gaben die Stadt und die Ludwigsburger Energieagentur auf dem Marktplatz Tipps für einen besseren energetischen Fußabdruck. Der typische Kornwestheimer emittiere sechs Tonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr, heißt es aus der Stabstelle Umwelt- und Klimaschutz. Das ist besser als der Bundesdurchschnitt, auch wenn solche Zahlen natürlich schwierig exakt zu bestimmen sind.

Nichtsdestotrotz gibt sich die Stadt in Sachen Klimaschutz auch selbstkritisch. Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung, der Strategischen Steuerung, seien finanzielle und personelle Kapazitäten reduziert worden, heißt es. „Aufgrund dieser Einschränkungen wurde die über Jahre hinweg sehr positive Entwicklung beim kommunalen Klimaschutz in Kornwestheim deutlich verlangsamt“, schreibt die Verwaltung in einem Papier für die Stadträte.

Diesen „Abwärtstrend“ wolle man nun wieder umkehren – und zwar so schnell wie möglich. Entsprechend stimmten die Stadträte im Ausschuss für Umwelt und Technik am Dienstag über das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020/2021 ab. Einstimmig beschlossen sie, dass die Verwaltung kurzfristig Vorschläge für die Neuauflage eines Förderprogramms für Klimaschutz und energiebewusstes Wohnen vorlegen soll.

Mit diesem soll Bürgern geholfen werden, beispielsweise Solarzellen auf die Dächer und E-Ladestationen in die Garagen zu bekommen. Abzuwarten wäre hier noch, so heißt es von der Stadt, welche Fördermöglichkeiten die Bundesregierung künftig bereit stellt. Zudem werden in den Jahren 2020 und 2021 jeweils 25 000 Euro mehr im Haushalt für Klimaschutzmaßnahmen bereitgestellt, zusätzlich zu den 50 000 Euro, die aktuell pro Jahr im Haushalt vorgesehen sind.

Hierbei geht es viel um Informationen: Dank der Mittel soll die Solardachinitiative aufleben, Energiechecks und die Kooperation mit der Energieagentur sollen Privatpersonen ebenso wie Unternehmen bei dem Thema zuarbeiten. Auch weitere Informationsveranstaltungen wie Energiewendetage oder Besuche in Schulen und Kitas zum Thema Klimaschutz allgemein sollen finanziert werden – gerne in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern aus Handwerk, Handel und Schulen.

Bei den Stadträten rannte die Verwaltung jedenfalls fraktionsübergreifend offene Türen mit ihren Vorschlägen ein. Der CDU-Mann Martin Ergenzinger betonte noch einmal, dass auch laut des Energieberichtes mehr Fotovoltaik in Kornwestheim sinnvoll wäre, er sprach indes auch das Thema leistungsfähiger Batterien an, um überschüssigen Strom zu speichern.

Susann Boll-Simmler von den Grünen und der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Michael Gritz waren sich schnell einig, dass man bald darüber reden solle, wieder einen Klimaschutzmanager in der Stadt anzustellen. „Sinnvoll wäre diese Stelle wieder“, sagte Gritz. In dem Büro könnten die Fäden zusammenlaufen.

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