Kornwestheim Stadt will Gefahrenpunkte entschärfen

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Die Karlstraße wird zur Vorfahrtsstraße. Foto: Mateja fotografie

Kornwestheim - In puncto Verkehr wird es in der Stadt einige Veränderungen geben. Bei der Radwege- und Verkehrsschau Mitte Oktober wurden problematische Stellen in Kornwestheim unter die Lupe genommen. Mit dabei waren nicht nur Stadträte, sondern auch Vertreter von Polizei, Kreisverkehrswacht, ADAC, Feuerwehr, Stadtverwaltung und Vollzugsdienst. Die Ergebnisse wurden nun im Ausschuss für Umwelt und Technik besprochen.

Mit beiden Änderungen will man den Linienbusverkehr fördern. Wegen des nahen Busbahnhofs weisen die Karl- und die Johannesstraße die höchste Dichte an öffentlichem Personennahverkehr auf. Hier sind alle Kornwestheimer Buslinien unterwegs. Dort gibt es Tempo-30-Zonen, in denen grundsätzlich die Regel „Rechts vor links“ gilt. Für die Busse bedeutet das, dass sie oft abbremsen und anhalten müssen, um Fahrzeugen aus der Friedrich- oder der Weimarstraße Vorfahrt zu gewähren. Das soll sich ändern, denn dem Durchgangsverkehr in Karl- und Johannesstraße will man künftig mit entsprechenden Schildern die Vorfahrt zusprechen. Zudem wurde angeregt, eine Engstelle, die ebenfalls für Abbremsvorgänge sorgt, zu beseitigen. In der Karlstraße soll der Parkplatz auf Höhe der Häuser 20 und 22 wegfallen, um die Fahrbahn dort zu verbreitern. Die Polizei wies allerdings darauf hin, dass mit dieser Maßnahme in der Straße schneller gefahren werden könnte. Daher wurde bei der Begehung entschieden, die Situation in der Karlstraße einmal genauer mit Geschwindigkeitsmessungen bis zur nächsten Verkehrsschau zu untersuchen. Diesen Punkt griff Claus Langbein (Grüne) im Ausschuss auf. Es müsse gewährleistet sein, dass die Querung für Fußgänger in der Karlstraße stimmt. Er forderte daher regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen. Gegen die neue Vorfahrtsregel in der Johannesstraße gab es keine Bedenken.

Für den Radverkehr hat die Solitudeallee an Attraktivität gewonnen. Dort gibt es bereits abschnittsweise Radstreifen, aber auch noch Schwachstellen. Daher soll der aus Richtung Ludwigsburg kommende Streifen nahe des Knotenpunkts zum Römerhügelweg um mehrere Meter verlängert werden. Im Bereich der Gärtnerei Klein soll auf Parkplätze entlang der Fahrbahn verzichtet werden und stattdessen ein 1,5 Meter breiter Streifen für den Radverkehr einzurichten. Im Haushaltsentwurf sind für das Jahr 2020 dafür 60 000 Euro eingeplant.

Um den Radverkehr geht es auch bei Überlegungen für die Ludwigsburger Straße. Zwischen der Pflugfelder Straße im Norden und der Wette im Süden soll auf beiden Seiten Platz dafür geschaffen werden. Ob jeweils nur ein schmälerer überfahrbarer Streifen oder zumindest auf einer Seite ein breiterer Radweg umgesetzt wird, ist noch offen. Das Thema soll in die politischen Gremien eingebracht werden. Hans-Michael Gritz (SPD) sagte, dass der schmälere Angebotsstreifen dann tatsächlich freigehalten werden müsse und nicht zugeparkt werden dürfe. „Das setzt strikte Kontrollen voraus, sonst haben wir weiterhin einen Gefahrenpunkt.“ Hans-Joachim Schmid (CDU) fügte hinzu, man müsse auch darauf achten, dass die Streifen in die richtige Richtung befahren würden. Es ist mit Kosten von 49 000 Euro für jede der zwei Varianten zu rechnen, die nicht im Doppelhaushalt 2020/2021 berücksichtigt sind.

Ein derzeitiger und künftiger Schwerpunkt betrifft die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Die Stadt hat bereits damit begonnen, Radständer an zentralen städtischen Einrichtungen wie beispielsweise Schulen und Kitas auszutauschen und zu erweitern. Als größtes Einzelprojekt ist es geplant, auf der Westseite des Bahnhofsbereiches die alten „Felgenkiller“ gegen rund 80 neue Abstellplätze zu ersetzen. Zudem sollen dort fünf Fahrradboxen zur Anmietung bereitgestellt werden. Für beide Maßnahmen sind insgesamt 25 000 Euro im Doppelhaushalt angemeldet.

Wenn es vonseiten der Anwohnerschaft gewünscht wird, können weitere verkehrsberuhigte Bereiche in der Stadt ausgewiesen werden. So wird die Hölderlinstraße in eine Spielstraße umgewandelt. Dieser Änderung hat der Ausschuss bereits zugestimmt. Weitere Anträge liegen derzeit nicht vor.

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