Kornwestheim Stadt will gegen Dauerparker vorgehen

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Ein gewohntes Bild in der Ulrichstraße: Auf beiden Seiten der Fahrbahn steht Auto hinter Auto. Foto: Katharina Sauter

Kornwestheim - Wer in der Nähe der Wohnung einen Stellplatz sucht, braucht in manchen Straßen der Stadt mitunter ein wenig Glück. Vor allem in der Innenstadt stehen Autos oftmals tagsüber dicht an dicht am Fahrbahnrand – zumal wenn man dort unbegrenzt parken kann. Anwohner haben nicht selten das Nachsehen. Das soll sich ändern. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat bei seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend für neue Parkregelungen für Teile der Innenstadt gestimmt.

Wo gibt es bisher Einschränkungen?

Derzeit ist es so, dass auf den Kornwestheimer Straßen kostenlos geparkt werden darf. Allerdings gibt es vier Zonen, in denen das nur zeitlich begrenzt erlaubt ist. Von der Jakobstraße bis zur Beethovenstraße/Jakob-Sigle-Platz dürfen Fahrzeuge überwiegend lediglich 90 Minuten abgestellt werden, in Teilbereichen wie der Bahnhof- und der Jakobstraße sogar nur 30 Minuten. Zwischen der Holzgrundstraße und der Goethestraße darf flächendeckend nur 90 Minuten geparkt werden. Wer sein Fahrzeug länger abstellen will, muss ins Cityparkhaus oder die Tiefgarage am Holzgrundplatz ausweichen, wo das Parken nur in der ersten Stunde kostenfrei ist. Für Anwohner der Straßen gibt es spezielle Ausweise, mit denen das Parken dort unbegrenzt möglich ist. Sie kosten pro Jahr jeweils 25 Euro.

Wo wird sich etwas ändern?

Im Jahr 2016 wurde die Parkraumbewirtschaftung zuletzt überarbeitet. Die damals beschlossenen Regelungen hätten sich bewährt, sagte Baubürgermeister Daniel Güthler während der Sitzung des Ausschusses. Doch inzwischen häufen sich die Beschwerden von Anwohnern angrenzender Straßen, erklärte er. Daher hat die Verwaltung vorgeschlagen, die Parkzonen auszudehnen. Drei Erweiterungen wurden vom Ausschuss vorberaten. Dabei geht es um den Bereich von der Ulrich- bis zur Jakobstraße. Auch im südlichen Teil der Eastleighstraße zwischen Beethoven- und Lindenstraße ist es wegen der Dauerparker für Anwohner schwierig, einen Stellplatz zu finden. Von Verdrängungseffekten sprach Güthler auch in Bezug auf den Bereich südlich der Goethestraße. „Auch hier wird der ohnehin knappe Parkraum von gebietsfremden Nutzern sehr intensiv beparkt“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Der Ausschuss votierte nun einstimmig dafür, die Zonen um diese drei Areale zu erweitern und das Parken dort auf 90 Minuten zu beschränken. Ein längeres Abstellen soll nur mit einem entsprechenden Ausweis möglich sein.

Ab wann gelten die neuen Regeln?

Bis die neuen Regeln in Kraft treten, wird es allerdings noch eine Zeit lang dauern. Ende Januar muss zunächst der Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss fassen. Im Kornwestheimer Rathaus rechnet man damit, dass im Laufe des Aprils die entsprechenden Schilder aufgestellt werden könnten. In den ersten Wochen sollen noch keine kostenpflichtigen Verwarnungen ausgestellt werden. Stattdessen sollen die Fahrzeuge in der Einführungsphase nur mit Hinweiszetteln versehen werden.

Wir es Ausnahmen geben?

Nicht nur Anwohner können Parkausweise beantragen, von denen im vergangenen Jahr 1220 Stück ausgestellt wurden. Auch für Handwerker, die im Stadtgebiet arbeiten, kann ein Ausweis für 80 Euro genehmigt werden. Für je zwei Beschäftigte eines Gewerbebetriebes innerhalb einer Zone können Sonderparkausweise beantragt werden. Keine Sonderregelung wird es dagegen wohl für Elektroautos gegeben. Eine Befreiung hat die Verwaltung angeregt. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagte Güthler. Damit wolle man die E-Mobilität unterstützen. Der Ausschuss stimmte jedoch mehrheitlich dagegen. Zum einen könnten die Elektroautos dauerhaft Stellplätze blockieren, zum anderen wolle man keine Gesellschaftsschicht bevorzugen, hieß es. Nur in der Fraktion der Grünen fand die Idee Anklang.

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