Kornwestheim Summen statt Singen bei der Seniorenfeier

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Nomen est omen? Das Duo Gute Laune spielt für Senioren. Foto: Peter Mann

Kornwestheim - So manch einer ist am Sonntagnachmittag im Martinussaal in der Adolfstraße tief in Gedanken versunken. Andere summen freudig vor sich hin. Die meisten Füße wippen zaghaft im Takt der Musik auf und ab. Und hin und wieder schunkeln zwischendrin vereinzelt ein paar Oberkörper und Köpfe nicken. Eine richtige Stimmung kommt jedoch nicht auf. Die Senioren sitzen einzeln und mit großem Abstand verteilt im Saal. Es sieht eher ein wenig aus, wie wenn die älteren Damen und Herren zum Nachsitzen verdonnert wurden.

Genau so fühlte sich auch ein Teil der Anwesenden, vorwiegend Seniorinnen, bei der Seniorenfeier der katholischen Kirche. Sie schüttelten die Köpfe und waren enttäuscht, dass sie sich nicht wie gewohnt unterhalten durften. Und so tauschten sich manche Damen eben ein wenig hinter vorgehaltenen Händen aus.

Pfarrer Nagler: „Natürlich ist es schwierig und schade für viele Senioren“

Pfarrer Franz Nagler konnte das nachvollziehen. Er weiß, wie sehr den älteren Menschen gemeinschaftliche Unternehmungen und Feste fehlen: „Natürlich ist es schwierig und schade für viele Senioren, dass man nicht wie sonst am Tisch sitzt und sich unterhalten kann, aber es ist momentan leider nicht möglich.“ Daher folgte nach einer kurzen Ansprache des katholischen Pfarrers und einem vom Namen her passend von ihm vorgelesenen Auszug aus der Lebensgeschichte der heiligen Corona auch direkt das Unterhaltungsprogramm.

Das Duo Gute Laune sorgte für dieselbige. Mit einem bunten Melodien-Strauß an verschiedenen Hits zauberten Helmut Aunitz, an Klarinette und Saxofon, und Gerhard Küntzle mit seinem Akkordeon immerhin viele Lächeln auf die Gesichter.

Rund 30 Personen kommen zu der Feier

Knapp über 30 Personen hatten sich zur Seniorenfeier eingefunden. „Ich bin wirklich erstaunt, dass doch so viele gekommen sind“, sagte Nagler. Zunächst habe man die Feier absagen wollen. Erst nach langen Überlegungen war man zu diesem Konzept übergegangen. Dass die Ältesten und Kranken der Feier fern bleiben würden, war dennoch klar. „Das alles ist schon eine eigenartige Zeit“, befand auch Nagler. Es zeige aber, wie wichtig diese Angebote für die Senioren sind. Zudem freute sich Nagler einige Gesichter zu sehen von Personen, die seit dem ersten Lockdown so gut wie gar nicht mehr das Haus verlassen hatten. „Es ist schön zusehen, dass gerade diese Menschen gekommen sind und den Kontakt nicht ganz verlieren“, sagte der Pfarrer.

Und während Aunitz und Küntzle nicht nur musizierten, sondern auch kurze, lustige Geschichten zum Besten gaben, erfreuten sich also immer mehr Senioren an diesem Nachmittag.

Etwa eine Stunde lang wurden die älteren Herrschaften unterhalten. Auch wenn der eine oder andere vor allem anfangs etwas enttäuscht war, dass er weder tanzen noch sich unterhalten kann, letztendlich war man positiv gestimmt. Und man war sich einig: „Schön, dass das Fest mit so guter Musik angeboten wurde.“

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