Kornwestheim TDSV will endlich eine Saison zu Ende spielen

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Wollen bald wieder auf den Fußballplatz zurück: Kerim Kanal (Mitte, grünes Trikot) und seine Teamkollegen vom TDSV Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Die Verantwortlichen des Türkisch-Deutschen Sportvereins Kornwestheim (TDSV) hatten sich in dieser Saison einiges vorgenommen. In seiner ersten Saison in der Kreisliga A1 wollte der Aufsteiger eine gute Rolle spielen. Wegen der coronabedingten Fußballpause seit Ende Oktober wurde die Entwicklung des Vereins aber eingebremst. „Es tut weh, dass unsere Mannschaft jetzt schon seit Monaten nicht mehr gegen den Ball treten kann“, sagt Azmi Simsek, 2. Vorsitzender des TDSV, „aber wir werden uns nicht runterkriegen lassen.“

Der 2018 gegründete Sportverein wollte sich als fester Teil des Kornwestheimer Fußballs etablieren. Und obwohl der Weg des TDSV eindeutig nach oben führt, war dieser schon in seiner kurzen Geschichte mit vielen Stolpersteinen gepflastert. Ein Rückblick: In seiner Gründungssaison gingen den Kornwestheimern in der Rückrunde die Spieler aus, sodass die Premiere mit dem Rückzug der Mannschaft aus der Kreisliga B endete.

Im zweiten Anlauf rollte der TDSV – nun personell etwas besser aufgestellt – im Überholtempo durch die B-Klasse. Zehn Siege aus elf Spielen sammelte der Club mit türkischen Wurzeln. Doch dann kam mit dem ersten Lockdown die nächste Stolperfalle, die aber übersprungen wurde. Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs waren die Kornwestheimer Tabellenführer und durften folglich den Gang in die Kreisliga A1 antreten. „Wir sind gut angekommen in der Liga. Wir hatten noch Lust auf mehr“, sagt Simsek.

Videokonferenz fürs Teamgefühl

Denn der Aufsteiger war auf dem besten Weg, das anvisierte Ziel – einen Platz in der oberen Tabellenhälfte – zu erreichen. Als der Ligabetrieb im Herbst gestoppt wurde, lag der TDSV, den der ehemalige Profi Recep Yildiz als Cheftrainer betreut, auf dem siebten Platz, die Spitzengruppe war in Sichtweite. „Hätten wir weitergespielt, wäre vielleicht sogar Platz drei oder vier drin gewesen“, sagt Azmi Simsek, der nur begrenztes Verständnis für den Abbruch und das Fußballverbot für Amateurvereine hat. „Wenn man sich auf den Bolzplätzen so umschaut, wird dort immer noch fleißig gekickt. Dass wir als organisierter Sport jetzt aber nicht mehr spielen dürfen, tut schon weh“, sagte er.

Ebenso schmerzlich wie der Verzicht auf den Fußball wiegt auch die fehlende Gemeinschaft im Team. Statt bei gemeinsamen Trainings und Spielen sehen sich die Teamkameraden nur virtuell. „Wir haben uns in Videokonferenzen getroffen“, erzählt Simsek. Anstelle aber über taktische Kniffe zu diskutieren, sei es vielmehr um das Aufrechthalten des Teamgefühls gegangen. „Wir haben uns unterhalten und uns mit Quizfragen bei Laune gehalten. Zudem haben wir noch eine Laufchallenge gestartet“, berichtet der 2. Vorsitzende des Sportvereins.

Obwohl auch die dritte Saison der Clubgeschichte abgebrochen wurde, haben Verantwortliche und Kicker die Hoffnung, im vierten Anlauf die Spielzeit zu Ende zu bringen. Dafür sind die Weichen auch schon gestellt. „95 Prozent der Spieler haben schon für die kommende Spielzeit zugesagt“, verrät Simsek und gibt sich kämpferisch. „Dann werden wir wieder angreifen.“

Info

Der Verein mit türkischen Wurzeln ist nicht einmal drei Jahre alt. In der Saison 2018/19 nahm der TDSV erstmals am Spielbetrieb in der Fußball-Kreisliga B teil. Nach dem Rückzug aus Spielermangel in der Premierenspielzeit gelang im Jahr darauf der Aufstieg in die Kreisliga A1. Trainiert wird der TDSV von Ex-Profi Recep Yildiz, der unter anderem für die Stuttgarter Kickers und in der ersten türkischen Liga kickte.

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