Kornwestheim Technik hat nach acht Jahren ausgedient

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Vor acht Jahren in Betrieb genommen: Das Verbuchungssystem der Stadtbücherei Kornwestheim soll nun ausgetauscht werden. Foto: /Sophia Herzog

Kornwestheim - Die Zeiten, in denen Karteikarten ausgefüllt und das Rückgabedatum auf einen im Buch eingeklebten Zettel gestempelt wurde, die sind schon lange vorbei. Einen Vorteil hatte die Zettelwirtschaft allerdings: Sie war langlebig. Das kann man von dem Selbstverbuchungssystem, das die Stadtbücherei derzeit im Einsatz hat, nicht behaupten: Schon nach acht Jahren muss es gegen eine neue Technik ausgetauscht werden. Das soll im Laufe dieses Jahres geschehen, wie die Kornwestheimer Büchereileiterin Mareike Gerhardt den Stadträten jüngst im Verwaltungs- und Finanzausschuss berichtete. Sie bewilligten die Kosten von über 150 000 Euro.

Die Außenrückgabestelle pfeift, obgleich erst mit Büchereieröffnung im Herbst 2013 in Betrieb genommen, aus dem letzten Loch. In den vergangenen vier Monaten versagte sie an 42 Tagen ihren Dienst. Aber auch die Selbstverbuchung muss ausgetauscht werden. Die Geräte, so berichtete Mareike Gerhardt den Stadträten, seien nicht mehr voll funktionstüchtig, könnten aber auch nicht mehr repariert werden. Es sei damit zu rechnen, dass die Geräte ersatzlos ausfallen „und nur noch vom Personal von Hand verbucht werden können“. Bei 1400 Ausleihen und Rückgaben am Tag kommt auf die Beschäftigten der Bücherei jede Menge Arbeit zu.

Gerhardt malt ein Schreckensszenario an die Wand: „Da die Besucherströme zu bestimmten Stoßzeiten die Bücherei aufsuchen, ist mit einer enormen Schlangenbildung an den Theken zu rechnen.“ Das sei weder kundenfreundlich noch zeitgemäß und ganz bestimmt nicht coronakonform, warnt Gerhardt. Da passt es gut ins Bild, dass die Firma Bibliotheca auch noch den Servicevertrag für die Hard- und Software des Ausleihsystems zum 31. März gekündigt hat.

Künftig setzt die Bücherei für die Rückgabe auf ein „intelligentes Rückgaberegal“. Die Leserinnen und Leser stellen ihre Medien, die sie zurückbringen wollen, einfach hinein, den Rest erledigt die Technik. Der Vorteil: Andere Büchereikunden können die Retouren sofort wieder entleihen und müssen nicht warten, bis sie wieder in die „normalen“ Regale einsortiert worden sind. Wie lange bleiben die zurückgebrachten Medien im intelligenten Regal? „Das wird sich in der Praxis zeigen“, antwortet Mareike Gerhardt. „Wir werden das Regal von der Theke aus im Blick behalten und es dann ausräumen, wenn es voll ist.“ Die Außenrückgabe bleibt – ausgestattet mit neuer Technik – erhalten.

Die künftige Selbstverbuchung soll weitere Vorteile bieten. So können die Büchereinutzer ihre Gebühren bargeldlos am Automaten bezahlen. Bisher müssen sie das an der Theke bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tun. Ein weiteres Plus: Die Leser erhalten per E-Mail eine Benachrichtigung, dass sich die Ausleihfrist ihrer Medien dem Ende zuneigt. In vielen Bibliotheken, sagt Mareike Gerhardt, sei das bereits Standard.

Wird der Einsatz der neuen Technik zu höheren Gebühren führen? Das wollte der FDP-Fraktionsvorsitzende Andreas Schantz wissen. Das erhoffte Nein als Antwort bekam er nicht. „Sollten wir zum Ergebnis kommen, dass die Bücherei eine neue Gebührenordnung braucht, wird der Gemeinderat beteiligt“, sagte Oberbürgermeisterin Ursula Keck.

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