Kornwestheim Überfall: Gericht verhängt mehrjährige Haftstrafen

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- Die vierte Strafkammer des Landgerichts Stuttgart hat alle Beteiligten des Überfalls in der Dorfwiesenstraße wegen schwerer Körperverletzung verurteilt. Foto: dpa

Kornwestheim - Die vierte Strafkammer des Landgerichts Stuttgart hat alle Beteiligten des Überfalls in der Dorfwiesenstraße im Februar vergangenen Jahres wegen schwerer Körperverletzung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der 26-jährige Hauptangeklagte aus Kornwestheim, der zugegeben hat, die Tat geplant zu haben, muss für sieben Jahre ins Gefängnis. Die Jugendstrafkammer bildete für ihn eine Gesamtstrafe, nachdem er vor zwei Wochen schon zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen Geldwäsche verurteilt worden war. Für die Tat allein, über die genau fünf Monate lang verhandelt wurde, veranschlagte das Gericht ein Strafmaß von drei Jahren und acht Monaten. Am vorletzten Prozesstag ein Geständnis abzulegen, sei „klug“ gewesen, sagte die Vorsitzende Richterin Cornelie Eßlinger-Graf am Freitag in Stuttgart. Der 26-Jährige war der letzte der fünf Angeklagten, der die Tat zugab.

Bei drei weiteren Angeklagten kam das Gericht zu ähnlichen Urteilen: Ein 25-jähriger Deutscher muss für drei Jahre und damit zwei Monate länger als seine Mitstreiter ins Gefängnis, weil er ein deutlich längeres Vorstrafenregister hat. Am glimpflichsten kam ein 21-jähriger Kornwestheimer davon. Er wurde zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er hatte als erstes ausgepackt und ein Schmerzensgeld an das Opfer, das insgesamt 4200 Euro durch den Täter-Opfer-Ausgleich erhielt, gezahlt. „Das erfordert schon Mut, sich als jüngster hinzustellen und das zu machen“, sagte Eßlinger-Graf. Das Gericht machte es zur Auflage, dass der 21-Jährige seine Abschlussprüfung zum Einzelhandelskaufmann an der Erich-Bracher-Schule Anfang Mai antritt.

Die fünf Angeklagten nahmen die Ausführungen der Richterin zum Urteil mit finsteren Mienen, aber größtenteils regungslos zur Kenntnis. Die vierte Strafkammer kam zu dem Schluss, dass bei dem Angriff „mindestens ein kleines und ein großes Messer und ein Baseballschläger“ zum Einsatz kamen, ob eine Machete dabei war, sei nicht klar. Eßlinger-Graf betonte, dass das Gericht auch ohne die Geständnisse der Angeklagten zu einem ähnlichen Urteil gekommen wäre. Sie führte die zahlreichen Zeugen an, die vor Gericht ausgesagt hatten. Insgesamt wurde fast 120 Stunden verhandelt. Mindestens zwei der Angeklagten wurde es zudem zum Verhängnis, dass der 26-jährige Kornwestheimer mit seiner Verlobten während seiner Untersuchungshaft über die Tat gesprochen hatte.

Er habe als einziger ein „besonderes Interesse an der Tat“ gehabt, weil er eine persönliche Fehde mit dem Opfer ausgetragen habe, so die Richterin. „Die anderen hätten sich von der Tat distanzieren können.“ Das taten sie aber nicht – und führten stattdessen den Angriff aus. Das Gericht folgte dabei den Einlassungen der Angeklagten, dass sie dem Opfer nur eine Abreibung verpassen wollten. „Es gab zu keiner Zeit eine Tötungsabsicht“, so Eßlinger-Graf. Die Anklage im November, bei Beginn des Prozesses, hatte auf versuchten Mord gelautet.

 
 

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