Kornwestheim Verband besiegelt Pattonviller Aufstiegs-Aus

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Der Nichtaufstieg schmerzt: Der SVP (hier: Mazlum Gökcen) muss in der Kreisliga A bleiben. Foto: Archiv/Pressefoto Baumann

Kornwestheim - Am Ende waren es 33 – 33 Vereine, unter ihnen der SV Pattonville, die sich mit einem Antrag an den Württembergischen Fußballverband (WFV) zur Wehr gesetzt hatten. Sie wollten sich nicht damit abfinden, dass die Zweitplatzierten beim bevorstehenden Abbruch der Spielzeit nicht aufsteigen dürfen. Nun hat sich der Verbandsvorstand mit der Forderung befasst und entschieden: Es bleibt beim bisherigen Beschlussvorschlag. Die Meister steigen auf, sonst keiner. Absteiger gibt es nicht. Die Platzierungen werden anhand einer Quotientenregelung (Punkte geteilt durch Spiele) ermittelt.

Forderung der Vereine

Die Vereine hatten ins Feld geführt, dass Spitzenteams damit bestraft würden, dass ihnen ihre Aufstiegschance über die Relegationsspiele genommen werde, während die Tabellenletzten ihre ‚Abstiegspflicht‘ nicht ausüben müssten. Vom Verband werde suggeriert, dass ein Abstieg nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich in der Regel schwerer wiege als ein Nichtaufstieg.

Begründung des WFV

Laut WFV-Vorstand beinhaltet der Antrag keine neuen Argumente gegenüber der bisherigen Entscheidungsgrundlage. „Die zweitplatzierten Vereine besitzen am Ende der Spielzeit kein Aufstiegsrecht, sondern lediglich eine Aufstiegschance beziehungsweise das Recht, an der Relegationsrunde teilzunehmen.“ Diese könne aber aus rechtlichen Gründen nicht ausgetragen werden. Ein Aufstieg aller Zweitplatzierten würde zudem für alle weiteren Vereine in der höheren Staffel zu „großen Härten führen“. Die Abstiegsregelung für die folgende Spielzeit müsste verschärft werden, es wären zudem Staffelgrößen von bis zu 24 Mannschaften zu erwarten, „was eine Ansetzung von 46 Spieltagen bedeuten würde“, wie der Fußballverband in seiner Stellungnahme vorrechnet. Auch das Beispiel Schleswig-Holstein – dort dürfen die Zweitplatzierten nach oben – lässt der Verband nicht gelten. Das dortige Spielsystem sei anders aufgebaut, die Staffeln somit höchstens mit 18 Vereinen besetzt.

Sichtweise des SV Pattonville

Der SVP steht auf dem zweiten Platz der Kreisliga A 1 und würde dort auch bleiben, wenn beim Saisonabbruch die Quotientenregel angewandt wird. Den Pattonvillern bleibt also endgültig die Gelegenheit versagt, nach dem Abstieg im Sommer 2019 wieder in die Bezirksliga aufzusteigen – direkt oder über die Relegation. Michael Uhse, Präsident des SVP, ist enttäuscht von der Reaktion des WFV. Er sagt: „Der Verband hat es an dieser Stelle verpasst den demokratischen Prozess zuzulassen.“ Man hätte einfach den Antrag als Entscheidungsoption für die bevorstehende Delegiertenversammlung zulassen sollen. „Das war alles, was wir wollten“, so Uhse. Der WFV habe in dieser Angelegenheit kein gutes Bild abgegeben. „Das Argument mit den großen Staffeln kann ich ja sogar nachvollziehen“, fügt Uhse hinzu, „aber auch da hat der WFV schon lange versäumt, zu handeln.“ Denn die Fülle an B-Ligen mit teilweise einstelliger Teilnehmerzahl sei gerade im Bezirk Enz-Murr mittlerweile unnötig. Bei weniger B-Ligen würden auch weniger Teams aufsteigen, so die Argumentation des SVP-Bosses.

Vorgehen anderer Verbände im Land

Im Südbadischen Fußballverband wurde der Antrag der Zweitplatzierten ebenfalls eingebracht – und zur Diskussion bei der Versammlung zugelassen, wenn auch mit minimalen Abstrichen. „Ich bin gespannt, was passiert, wenn man sich dort wirklich dafür entscheidet“, so Uhse. Im Badischen Verband fand ein Antrag kein Gehör.

Wie geht’s jetzt weiter?

Am Samstag, 20. Juni, ist der Termin für die Delegiertenversammlung angesetzt, natürlich alles virtuell. Dann wird entschieden, ob die Spielzeit beendet oder vom 1. September an fortgesetzt wird. Am Montag und Dienstag gab es vier nicht-öffentliche Delegierten-Videokonferenzen, in denen der Verband nochmals detailliert über die Beschlussvorschläge informierte. Seit Mittwoch ist nun das Online-Portal für die Abstimmung geöffnet. Die Stimmabgabe ist für die Delegierten der Vereine bis zum Samstag, 20. Juni, um 14 Uhr möglich. Eine einfache Mehrheit für einen der beiden Beschlussvorschläge reicht dabei aus. Anschließend wird beim Verband manuell ausgezählt, die Entscheidung wird gegen 16 Uhr bekannt gegeben. Um 16.30 Uhr werden dann WFV-Präsident Matthias Schöck sowie Hauptgeschäftsführer Frank Thumm bei einer öffentlichen Video-Pressekonferenz eine Stellungnahme abgeben.

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