Kornwestheim Vereine sollen weiter nur die Hälfte zahlen

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Momentan ruht der Sportbetrieb fast allerorten. Foto: Pixabay

Kornwestheim - Die Vereine sollen das ganze Jahr über für die Sporthallen, Sportplätze und Veranstaltungsräume nur die Hälfte der vorgesehenen Nutzungsentgelte zahlen. Das hat der Stadtverband für Sport bei der Stadt Kornwestheim beantragt, und die Chancen stehen gut, dass dem der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend zustimmt. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung bereits einhellig dafür ausgesprochen.

Corona-Abschlag nennt sich das Entgegenkommen der Stadt, das sie bereits im vergangenen Jahr und in den ersten drei Monaten dieses Jahres gewährt hat. Nunmehr soll bis zum 31. Dezember nur die Hälfte der Entgelte verlangt werden. Wobei die Stadt froh wäre, wenn sie überhaupt Einnahmen verbuchen könnte, und die Vereine sich glücklich schätzen würden, wenn sie etwas zahlen könnten. Wegen der hohen Inzidenzzahlen ist der organisierte Sport aber fast vollständig zum Erliegen gekommen. Derzeit stehen die Sporthallen zumeist leer, die Sportplätze werden kaum genutzt.

Was mit den Pachtzahlungen geschieht, ist noch nicht sicher

Nicht nur eine Fortführung des Corona-Abschlags wünscht sich der Stadtverband für Sport, sondern er hat auch beantragt, dass die Stadt auf die Pachtzahlungen von den Vereinen, die städtische Liegenschaften nutzen, vorübergehend verzichtet. Darauf will sich die Stadt derzeit aber noch nicht einlassen. Die Pachtzahlungen seien in der Regel ohnehin erst am Jahresende fällig. Eine Stundung zum jetzigen Zeitpunkt würde die Vereine nicht entlasten, argumentiert die Stadt. Die Stadtverwaltung verweist in einem Papier für die Stadträte zudem darauf, dass über Stundungen von Pachtzahlungen die Oberbürgermeisterin auch allein ohne Zutun des Gemeinderats entscheiden darf.

Stadtverband regt baldige Gründung einer Arbeitsgruppe an

Ein drittes, die Vereine betreffendes Thema wird den Gemeinderat am Donnerstag beschäftigen: die Zuschüsse, mit denen die Kommune die Aktivitäten unterstützt. Über die Höhe sind sich die Beteiligten einig: Die Kulturförderung soll sich in diesem Jahr auf 95 000 Euro belaufen, der Sport erhält 110 000 Euro. Uneins ist man sich aber, ob die Vereinbarungen für drei oder für fünf Jahre gelten sollen. Die Stadtverwaltung spricht sich für den längeren Zeitraum aus, weil die Erarbeitung der Richtlinien ihrer Erfahrung nach stets mit einem größeren Aufwand verbunden ist, der Sportverband hält eine dreijährige Laufzeit für ausreichend. Er regt an, schon im kommenden Jahr eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, die neue, 2024 zu verabschiedende Richtlinien erarbeitet.

Im Verwaltungs- und Finanzausschuss war die Meinung zur Laufzeit uneinheitlich. Die Grünen und die FDP tendieren zur kürzeren Laufzeit, CDU, SPD und Freie Wähler halten die fünf Jahre für eine gute Lösung.

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