Kornwestheim Vier Stockwerke erscheinen manch einem Kritiker zu viel

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Der Bau der Kita Ost II ist nicht jedermanns Sache. Foto: Pixabay

Kornwestheim - Zu groß – zu hoch – ein großer Verlust an Parkplätzen – ein ebenfalls hoher Verlust an Grünflächen – unzureichende Bürgerinformation – ein zu kleiner Außenbereich der Kitas: Gegen die Pläne, im Zentrum von Pattonville ein mehrgeschossiges Haus zu bauen, das im Erdgeschoss eine neue, viergruppige Kindertagesstätte aufnimmt, regen sich Widerstände. Gleichwohl wollen die Remsecker Stadträte das Verfahren für einen neuen Bebauungsplan in der kommenden Woche auf den Weg bringen. Am Dienstagabend beschäftigten sie sich im Ausschuss für Umwelt und Technik mit den Einwendungen, die im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung eingingen. Ein Blick auf die wichtigsten Knackpunkte:

Remsecks Baubürgermeisterin Birgit Priebe räumt ein: Eine klassische Veranstaltung, bei der die Stadtverwaltung die Pläne vorstellt, habe es nicht gegeben. Das sei der Corona-Pandemie geschuldet. Aber: 14 Tage lang sei auf der Homepage der Stadt Remseck ein Film abrufbar gewesen, der über das Bauvorhaben informiert habe. Der sei, lobte Gerhard Waldbauer, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, informativer gewesen als so manche Präsenzveranstaltung. Es habe zudem, ergänzte Priebe, das allerdings nicht in Anspruch genommene Angebot gegeben, in persönlichen Gesprächen die Pläne zu erläutern. Für die kommenden Wochen ist zusätzlich ein Gespräch zwischen dem Bürgerverein und Vertretern der Stadtverwaltung geplant. Und wenn der Entwurf des Bebauungsplans voraussichtlich von Mitte März bis Mitte April öffentlich ausgelegt wird, können die Nachbarn erneut ihre Bedenken vorbringen.

Die Stadt Remseck orientiere sich an der Nachbarbebauung, erläuterte Armin Brenner, Leiter der Remsecker Bauverwaltung. Am Wilhelm-von-Steuben-Weg entsteht ein dreigeschossiges Haus, vis-a-vis des Bolzplatzes sogar ein viergeschossiges. Ob sich der mit der neuen Wohnbebauung verträgt, das soll ein Gutachten klären, das die Stadt Remseck in Auftrag gegeben hat. Insgesamt sind über der Kita 31 Wohnungen vorgesehen. Harald Röhrig, Stadtrat der Grünen, kritisierte das Vier-Stockwerk-Haus als „ganz schönen Klotz, der da entsteht“. Er regte an, ein nur dreigeschossiges Haus zu bauen. Röhrig kündigte zudem einen Antrag an, laut dem der Investor nicht 15, sondern 30 Prozent bezahlbaren Wohnraum schaffen muss. Die Baubürgermeisterin zeigte sich vom Vorstoß des Grünen nicht angetan. Mit dem Investor, dem Unternehmen Mahalinchen, seien die 15 Prozent vereinbart worden.

Für die erforderlichen Stellplätze der Kita Ost II werden aller Voraussicht nach bereits vorhandene Parkplätze vor der bestehenden Kindertagesstätte blockiert. Für die 31 Wohnungen muss der Investor 44 Stellplätze nachweisen. Dass Grün verloren geht, stellten Brenner und Priebe nicht in Abrede. Aber laut Flächennutzungsplan sei dieses Areal immer für eine Bebauung vorgesehen. Die Freien Wähler baten darum, ein genauen Blick auf die Lage der Tiefgaragenzufahrt zu werfen. Die befinde sich an einem gut genutzten Schulweg.

Reicht der geplante Außenbereich für zwei Kitas aus? Diese Sorge äußerten Anwohner und Stadträte angesichts der Tatsache, dass sich die vorhandene Kita Ost und die neue Kita Ost II, die von der Mahale gGmbh betrieben wird, den Innenhof teilen müssen. Wie das geschehen wird, soll laut Baubürgermeisterin Birgit Priebe vertraglich geregelt werden.

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