Kornwestheim Von Australien bis nach Venezuela

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Gemütliches Beisammensein dem Winter zum Trotze. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - „Life is better at the beach“ hing ein Schild an Adrienne Csernaks kleinem Wagen. Das Leben lässt sich besser am Strand genießen. Möglicherweise in Ermangelung eines nahen Strandes, aber vielleicht auch mit dem Wissen, dass sie auf dem Holzgrundplatz Freunde und Bekannte treffen können, waren viele Kornwestheimer in die Innenstadt gekommen, um den Donnerstag bei kalten oder warmen Getränken, Speisen aus aller Herren Länder und Musik ausklingen zu lassen.

Am Mittag sah es auf dem Holzgrundplatz noch nicht so aus, als ob dort wenige Stunden später der erste Streetfood-Wintermarkt öffnen würde. Aber pünktlich um 17 Uhr hatten sich die Wagen rund um den Tannenbaum versammelt, die Bierbänke waren aufgestellt worden. Der erste Glühwein wurde ausgeschenkt und der erste Känguru-Spieß auf den Grill gelegt. Und als die Städtischen Orchester um 18 Uhr aufspielten, herrschte auf dem Holzgrundplatz eine gemütliche Atmosphäre – allerdings ohne Verkaufsstände mit Kerzen, gebrannten Mandeln oder Krippenfiguren. Man habe sich bewusst für einen etwas anderen Weihnachtsmarkt entschieden, um den vorhandenen Angeboten nicht Konkurrenz zu machen, sagte Oberbürgermeisterin Ursula Keck in ihrer kurzen Ansprache. Die Stadt wolle die Möglichkeit bieten, zum Tratschen und Schwatzen zusammenzukommen. Das sei genau das, was städtisches Leben ausmache, so die Oberbürgermeisterin.

Für die Organisation zeichnet Tom Sanchez verantwortlich, der eine Eventagentur in Calw führt und die Aktivitäten für das Jahr 2019 eigentlich schon abgeschlossen hatte. Aber dann kam die Anfrage aus Kornwestheim, und Sanchez trommelte noch einmal einige Foodtrucks, wie die kleinen Lkw, in denen gekocht und gebraten wird, genannt werden, zusammen. Mit dabei ist Adrienne Csernak aus Ludwigsburg, die venezolanisches Essen anbietet – Maisbrötchen mit ganz unterschiedlichen Füllungen, Arepas genannt. In diesem Jahr hatte sie sich zusammen mit ihrem Mann, der aus dem südamerikanischen Land stammt, mit dem kleinen weißen Foodtruck selbstständig gemacht und war von Markt zu Markt getingelt. Die Bilanz? „Besser als erwartet“, sagt die Ludwigsburgerin und strahlt. Der Wintermarkt in Kornwestheim ist der vorletzte Einsatzort für 2019. Anschließend geht’s noch nach Besigheim – und dann ist Winterpause.

Jenny Stieben grillt zusammen mit ihrem Bruder derweil unterm Zelt Spieße – unter anderem mit Kängurufleisch, das direkt aus Australien kommt. Mit dem Wetter zum Auftakt des Wintermarkt ist sie überaus zufrieden. Wenn es so bliebe, wäre es wunderbar, sagt sie. Das sieht auch Tom Sanchez so.

Für City-Managerin Elvira Saverschek ist der Wintermarkt die letzte Veranstaltung, für die sie verantwortlich zeichnet. Der Stadtmarketingverein hat sich mittlerweile aufgelöst. Er sei vor 17 Jahren angetreten, damit die im Umbau befindliche Innenstadt nicht gänzlich in Vergessenheit gerate. Nun sei der Umbau abgeschlossen, der Holzgrundplatz fertiggestellt. „Unser Auftrag ist erfüllt, wir sind in Ehren entlassen“, sagte Saverschek im Gespräch mit der Kornwestheimer Oberbürgermeisterin.

Den Platz zu beleben, das sei nun Aufgabe der Stadt und der Geschäftsleute, so Ursula Keck. Der erste Streetfood-Wintermarkt sei ein Baustein dabei.

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