Kornwestheim Vonovia: Abbrucharbeiten noch dieses Jahr?

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Die Bolzstraße Foto: Florian

Kornwestheim - Die Stadt Kornwestheim und das Wohnungsunternehmen Vonovia verhandeln seit einiger Zeit einen Städtebaulichen Vertrag. Dieser legt fest, unter welchen Bedingungen Vonovia seine Gebäude in der Bolzstraße 102 bis 146 nachverdichten darf. Dass die Gespräche zwischen der Verwaltung und dem Unternehmen weit fortgeschritten sind, bestätigte nun der Kornwestheimer Baubürgermeister Daniel Güthler. „Der Vertrag ist nahezu endverhandelt“, sagte Güthler. Auch ein Vonovia-Sprecher äußerte auf Nachfrage, man sei zuversichtlich, zu „genannten Punkten“ Einigkeit erzielen zu können. Die wichtigsten Eckpunkte des städtebaulichen Vertrags: • Vonovia stellt Flächen zur Verfügung, damit die Stadt die Bolzstraße zwischen Stammheimer Straße und Goethestraße über eine Länge von gut 300 Metern um einen Meter verbreitern kann. Dies sei notwendig, damit die Bolzstraße den Verkehr verkraften könne sagte Daniel Güthler. Die Bürgersteige würden dafür nicht verschmälert. Die Arbeiten fänden Stück für Stück statt, so der Baubürgermeister weiter, über einen Zeitraum von etwa vier bis fünf Jahren.

• Zwanzig Prozent des neu gebauten Wohnraums werden preisgünstig vermietet – diese Regelung geht auf das Programm für preiswerten Wohnraum zurück, das der Gemeinderat anno 2016 beschlossen hat. Vonovia verpflichtet sich damit über 15 Jahre, die entsprechenden Wohnungen zur ortsüblichen Vergleichsmiete zu vermieten. In Kornwestheim sind das laut Mietspiegel zur Zeit etwa neun Euro pro Quadratmeter. • Vonovia verpflichtet sich weiterhin, ein Carsharing-Angebot in der Bolzstraße einzurichten. Zunächst werden wohl zwei Fahrzeuge bereit gestellt. Wie genau das Carsharing ablaufen werde, stehe noch nicht fest, sagte der Unternehmenssprecher. Auch einen Standort gibt es noch nicht. Möglich ist, dass das Unternehmen mit einem Carsharing-Anbieter zusammenarbeitet, etwa mit dem Verein Stadtmobil, der am S-Bahnhof bereits zwei Fahrzeuge anbietet.

• Das Unternehmen wird neue Abstellmöglichkeiten für 300 Fahrräder schaffen und 138 Parkplätze für Autos, teils in einer Tiefgarage, teils zwischen den Häusern, und das Areal mit Bäumen und Pflanzen strukturieren und aufwerten. Daniel Güthler betonte, die Verwaltung sei zwar bereits weitgehend einig mit Vonovia, allerdings müsse auch der Kornwestheimer Gemeinderat noch dem Vertrag seinen Segen geben. Erste Zustimmung gab es für das Vorhaben nun schon auf andere Weise: Der Ausschuss für Umwelt und Technik votierte dafür, den Bebauungsplan „Südliche Bolzstraße“ aufzustellen, am morgigen Donnerstag ist er Thema im Gemeinderat.

Insgesamt plant Vonovia in der Bolzstraße 97 neue Wohnungen. Einerseits sollen bestehende Gebäude aufgestockt werden – hierfür ist das neue Baurecht notwendig – andererseits sind drei komplette Neubauten nahe der Bolzschule geplant, zwei entstehen auf Freiflächen, einer soll das Gebäude in der Bolzstraße 139 ersetzen. „Wenn alle Genehmigungsverfahren wie geplant ablaufen, dann können wir noch in diesem Jahr mit den ersten Abbrucharbeiten der Nebengebäude beginnen“, so der Vonovia-Sprecher. Schon jetzt werden außerdem Gebäude energetisch saniert.

Im Frühjahr hatte Vonovia die Anwohner bei einer Versammlung über die Pläne informiert. Dabei wurde auch Kritik laut: Anwohner befürchten weiter steigende Mietpreise und beklagen immer wieder die schlechte Kommunikation zu dem Wohnungsunternehmen. Auch bundesweit stand das Unternehmen, das gerade für mehr als eine Milliarde Euro Wohnungen in Schweden übernommen hat, in der Vergangenheit schon häufiger in der Kritik – etwa wegen Preiserhöhungen und Problemen mit Abrechnungen.

Aus den Reihen der Stadträte ist daher immer wieder zu hören, man müsse darauf achten, dass die Vonovia-Pläne in Kornwestheim sozialverträglich ablaufen.

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