Kornwestheim Was die Parteien zu den Wahlergebnissen sagen

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Im Rathausfoyer wurden die Zahlen präsentiert. Foto: Peter Meuer

Kornwestheim - Die Grünen gehören zu den klaren Gewinnern bei den Gemeinderatswahlen. Thomas Ulmer, Fraktionsvorsitzender und einer der beiden Vorstandssprecher des Ortsverbandes, ist dementsprechend „ganz besonders zufrieden“ mit dem Ergebnis. „Dass wir uns um zwei Sitze vergrößern, das zeigt, dass wir auf die richtigen Themen gesetzt haben: Klimaschutz, Artenschutz und Mobilität“, sagt er. Er freue sich, dass seine Partei so toll abgeschnitten habe. „Ich denke, wir werden einige Impulse setzen und unsere Ziele gut umsetzen können.“ Ulmer hatte wegen des Bundes- und Landestrends durchaus damit gerechnet, dass sich die Grünen verbessern. Er sei aber überrascht, dass es am Ende sogar sechs Sitze im Gemeinderat geworden sind. Mit Canan Balaban und Daniel Joppien seien auch die Vielfalt und die Jugend in den Rat gewählt worden. „Und das finde ich gut so.“

Aus seiner Enttäuschung macht Hans Bartholomä hingegen keinen Hehl. „Für uns ist heute ein schlechter Tag“, kommentiert er das Wahlergebnis. Zwar hatte der Fraktionsvorsitzende der CDU schon damit gerechnet, dass seine Partei Federn lassen würde. „Aber gleich drei Sitze zu verlieren, ist nicht schön“, sagt er, sichtlich enttäuscht. Wie er sich das Wahlergebnis erklärt? „Wir hatten ein tolles Team, sind mit unseren Themen aber nicht durchgedrungen“, meint er. Bei Punkten wie dem Schaffen von sozialem Wohnraum sei die CDU standhaft geblieben. „Mit Sicherheit ist es auch so, dass der Bundestrend eine Rolle gespielt hat.“ Nun gehe es darum, das Team neu aufzubauen und zu überlegen, wie man die Menschen besser erreiche.

Markus Kämmle, Ortsverbandsvorsitzender der Freien Wähler, konnte die zweitmeisten Stimmen bei der Gemeinderatswahl auf sich vereinen. „Für mich persönlich ist das ein tolles Ergebnis“, sagt er. Grundsätzlich zufrieden sei er auch mit dem Abschneiden der Freien Wähler. „Man muss schauen, wie es sich nun entwickelt.“ Das Ziel der Wählervereinigung, fünf Sitze zu gewinnen, wurde erreicht. Gleichwohl räumt Kämmle ein, dass er gehofft hatte, dass es vielleicht sogar für sechs Sitze reicht. Er sei überrascht, dass die langjährige Stadträtin Theresia Liebs dieses Mal kein Mandat erringen konnte. Wieder im Gremium sitzt dafür das Freie-Wähler-Urgestein Klaus-Dieter Holzscheiter. Auch die Fraktionsvorsitzende Gabi Walker hat souverän den Wiedereinzug in den Gemeinderat gemeistert. Sie freut sich über das gute Abschneiden der Fraktion und auch darüber, dass der Gemeinderat insgesamt etwas breiter aufgestellt ist, dass man künftig mindestens drei Fraktionen brauche, um einen Antrag durchzubringen.

Groß war der Jubel bei der FDP. Die Liberalen, denen auch Kritiker einen engagierten Wahlkampf bescheinigen, schicken in Kornwestheim künftig drei statt wie bisher mit Andreas Schantz nur einen Stadtrat ins Gremium. Neben dem liberalen Urgestein Schantz, der wiedergewählt wurde, sind auch Ender Engin und Marcel Demirok künftig im Gemeinderat vertreten. Spitzenkandidat Engin, 30 Jahre jung, konnte seine Freude nicht verhehlen. „Das ist unglaublich“, sagt er. „Jetzt können wir unsere Vorhaben angehen, stark.“ Engin vergaß dabei nicht, seine Mitstreiter zu loben. „Wir haben alle viel Zeit reingesteckt, jeder im Team war ein wichtiges Puzzlestück“, betont er.

Erleichtert war Florian Wanitschek, der Spitzenkandidat der SPD und mit 21 Jahren der jüngste künftige Kornwestheimer Stadtrat. Nachdem er die Europawahlergebnisse am Abend zuvor gesehen habe, sei er nicht mehr sicher gewesen, ob es mit seinem Einzug klappe, sagt er. Mit 3598 Stimmen hat es aber am Ende für den jungen Sozialdemokraten gereicht, er landete nur wenige Stimmen vor der bisherigen Stadträtin Andrea Tröscher, die Nachrückerin ist. „Ich freue mich, dass ich nun in der Fraktion mitarbeiten kann“, schloss Wanitschek. Auch wenn er ein junger Stadtrat sei, wolle er die Interessen der Kornwestheimer jeden Alters im Blick behalten.

Als Wahlleiterin fungierte die Kornwestheimer Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Als solche wertete sie das Ergebnis nicht politisch, sondern betonte nur, man habe sehen können, dass sich die bundesweiten Trends auch vor Ort niedergeschlagen hätten. Keck freute sich über die hohe Wahlbeteiligung und darüber, dass es gelungen sei, auch viele Jungwähler an die Urnen zu bringen. Der Ablauf der Wahl sei aus Verwaltungssicht gut gewesen. „Wir werden nun sachorientiert weiterarbeiten, um das beste für die Stadt zu erreichen“, gab die Oberbürgermeisterin, die ja zugleich Vorsitzende des Gemeinderates ist, einen Ausblick.

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