Kornwestheim „Was kann uns besseres passieren?“

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Der Festgottesdienst Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Es war ein besonderer Gast, den die Kornwestheimer Katholiken am Sonntagvormittag während ihres Gottesdienstes begrüßen durften. Der Weihbischof Thomas Maria Renz von der Diözese Rottenburg-Stuttgart war persönlich angereist, um mit den Christen in der St.-Martinus-Kirche das 100-jährige Bestehen ihrer Gemeinde zu feiern und gleichsam das Festjahr zu eröffnen.

Renz spannte in seiner Predigt einen Bogen von der Vergangenheit zur Zukunft der Kornwestheimer katholischen Christen, von der Kirche und ihrer Bedeutung als weltweiter Institution hin zum Wirken der Gläubigen vor Ort. Der Weihbischof forderte die Kinder in der sehr gut besuchten Kirche auf, einfach einmal aufzustehen – Dutzende junge Kornwestheimer erhoben sich, was Renz sichtbar freute. „Auf euch kommt es an, wenn hier auch künftige Jubiläen gefeiert werden sollen“, wandte er sich direkt an die jüngsten Christen und rechnete vor: „Wer heute zwölf Jahre alt ist, der ist in meinem Alter, wenn dann einmal die St.-Martinus-Gemeinde ihr 150-jähriges Bestehen feiert.“

Renz lobte die Lebendigkeit der heutigen katholischen Kirchengemeinde in Kornwestheim. „Das gibt mir Hoffnung, dass Kirche eine Zukunft hat“, sagte der Weihbischof und betonte die „dienende Funktion“ der Kirche. „Sie ist kein Selbstzweck.“ Er erinnerte aber auch an die Menschen, die vor „100, 80 oder 60 Jahren“, die Kirchengemeinde geprägt haben. Apropos geprägt: Besonders freuten sich die Christen, dass auch der frühere Kornwestheimer Pfarrer Johannes Gräßle das Jubiläum mit ihnen feierte, der vor 20 Jahren in den Ruhestand gegangen war.

Wie international und Völker verbindend Kirche sei, betonte Renz ebenfalls. Es zeigte sich anhand der vielen Besucher der afrikanischen Gemeinde, die mitfeierten und mit ihrem Chor einen Programmpunkt beisteuerten, es zeigte sich auch daran, dass der Pfarrer Franz Nagler – noch ein wenig gebeutelt vom Jetlag – gerade erst mit einer Delegation von seiner früheren Wirkungsstätte in Argentinien zurückgekehrt war.

Nagler selbst fand es passend, dass der Jubiläumsgottesdienst am dritten Advent stattfinde. „Das Motto dieses Tages lautet ‚Gaudete’, freut euch“, sagte Nagler. „Was kann uns besseres passieren?“

Zur Kirchengemeinde mit eigener Pfarrei wurde St. Martinus am 16. Dezember 1919, also am heutigen Tag vor genau 100 Jahren. Der Festgottesdienst bildet dabei nun den Auftakt zu einem Jubiläumsjahr, das unter dem Motto „Christus unsere Mitte – Begegnung er.Leben“ steht. Im Januar etwa liegt der Schwerpunkt auf der ökumenischen Bibelwoche, mit entsprechenden Gottesdiensten und Bibeltreffs.

Am Sonntag feierten die katholischen Christen natürlich auch noch nach dem Gottesdienst in lockerer Atmosphäre weiter. Im festlich geschmückten Martinussaal gab es ein Mittagessen und am Nachmittag Adventsgeschichten und Gedichte, auch sangen die Gläubigen Lieder.

Glückwünsche von Bischof Gebhard Fürst überbrachte Renz auch. „Er wäre gerne persönlich der Einladung gefolgt, hatte aber bereits einem anderen Festgottesdienst zugesagt.“

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