Kornwestheim Wegen Corona: Fast in allen Teamsportarten ruht der Ball

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Womöglich bald die einzigen aktiven Sportler in Kornwestheim: die Drittliga-Handballer des SVK. Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Ab dem 2. November ruht der Spiel- und Trainingsbetrieb nach Beschluss der neuen Corona-Verordnung in nahezu allen Bereichen des Sports in Kornwestheim. Auf Amateurebene werden alle Spiele an oder nach diesem Wochenende abgesagt. Das gilt aber nicht in allen Leistungsbereichen und wird von Sportverband zu Sportverband auf unterschiedliche Weise gehandhabt.

Handball

Bei den Handballern des SV Kornwestheimer stehen noch einige Fragezeichen. Der Handballverband Württemberg (HVW) war der Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz zuvorgekommen. Bereits am Vortag vermeldete der HVW, dass der Spiel- und Trainingsbetrieb bis auf weiteres ruhen wird. „Für fast alle Jugendmannschaften bedeutet das, dass es für sie erst einmal eine Handballpause gibt“, sagt Andreas Postl, Abteilungsleiter der SVK-Handballer. Gleiches gilt im Aktivenbereich: Außer der Drittliga-Mannschaft werden die drei Herren- und zwei Damenteams, die in den Amateurklassen spielen, pausieren.

Weiterspielen soll dagegen die Drittliga-Mannschaft von Trainer Alexander Schurr – zumindest wenn es nach den Plänen des Deutschen Handballbunds (DHB) geht, denn dieser zeichnet für die 3. Liga verantwortlich. „Der DHB möchte, dass die 3. Liga zum Profibereich gezählt wird und damit weiterspielen soll“, sagt Postl. Und dann gelten neue Vorgaben: Es darf gespielt werden, aber ohne Zuschauer. Doch es gibt noch eine Ausnahme von der Ausnahme. Die Partie an diesem Samstag fällt noch nicht unter die am Donnerstag getroffene Regelung. Somit könnten doch Fans in die Halle. „Das muss aber die Stadt als Träger der Hallen abnicken“, erklärt Andreas Post, der sich mit der Abteilung auf mehrere Szenarien einstellt: „Entweder wird mit Zuschauern gespielt, ohne oder es wird ganz absagt.“

Ebenfalls noch offen ist die Partie der A-Junioren des SVK in der Baden-Württemberg-Oberliga am Sonntag gegen den TSB Schwäbisch Gmünd. „Die Partie steht oder fällt mit der Entscheidung der Stadt.“

Tischtennis

Ähnlich ist die Sachlage bei den Tischtennisspielern des SV Kornwestheim. Während die Mannschaften von der Verbandsliga abwärts an die Entscheidungen des Landesverbands Tischtennis Baden-Württemberg gebunden sind, liegt die Oberliga, in der die erste Mannschaft antritt, in der Zuständigkeit des Deutschen Tischtennisbunds. „Wir gehen davon aus, dass das Spiel der Ersten am Samstag in Heilbronn stattfindet“, sagt SVK-Trainer Momcilo Bojic. Dabei sei aber nicht nur die Verbandsvorgabe relevant, sondern auch die Entscheidung der Städte und Gemeinden. „Heilbronn ist wie unser Landkreis Risikogebiet. Daher wissen wir noch nicht, ob wir überhaupt antreten können“, sagt Bojic. Für die weiteren Mannschaften des SVK ist dann spätestens nach diesem Sonntag Schluss, gleiches gilt für die Teams des SV Pattonville.

Fußball

Mit einem Mix aus Verständnis und Enttäuschung haben die Kornwestheimer Fußballvereine die Entscheidung des Württembergischen Fußballverbands aufgenommen, der den Spiel- und Trainingsbetrieb für alle Ligen ausgesetzt hat. „Als wir die Nachricht bekommen haben, waren wir im Verein schon enttäuscht“, sagt Michael Uhse, Sportvorstand des SV Pattonville. „Wir haben in den vergangenen Wochen einen großen Aufwand betrieben und unsere Hygienekonzepte haben funktioniert.“ Deswegen bleibe aus Sicht der SVP-Verantwortlichen ein fader Beigeschmack. „Da hätten die Vertreter des Sports mehr in die Waagschale werfen sollen, damit unsere Mannschaften zumindest die Partien am Wochenende noch ausspielen können“, sagt Uhse.

Für den Abteilungsleiter des SVK ist vor allem der Zeitpunkt der Unterbrechung bitter. „Das bedeutet, dass jetzt Winterpause ist. Unsere Teams sind gerade in Form gekommen“, sagt Uwe Sülzle zu den Regelungen, fügt aber hinzu: „Im Grundsatz ist die Entscheidung richtig.“

Basketball

„Es tut mir vor allem für die Kleinen leid“, sagt Mustafa Mesanovic, Abteilungsleiter der Basketballer der SZ Giants Kornwestheim. Der Basketballverband Baden-Württemberg hat den Spielbetrieb unter der 2. Liga, der ProA, ab Montag auf Eis gelegt. Lediglich die Teams der ersten beiden Spielklassen werden weiter auf Korbjagd gehen. Die Frage, ob die Aktiventeams der Skizunft am Wochenende noch einmal ran können oder nicht, stellt sich derweil nicht. Die drei Mannschaften haben allesamt spielfrei. Mit Blick auf die Zukunft sieht Mesanovic aber eine kritische Entwicklung. „Wenn die Saison ganz abgesagt wird, wirft das den Basketball und die anderen kleineren Sportarten um Jahre zurück. Der Schaden könnte groß sein“, sagt der Abteilungsleiter der Giants.

Volleyball

Eine generelle Absage der Partien gibt es von Seiten des Volleyball-Landesverbands Württemberg nicht, zumindest nicht für dieses Wochenende. Ab dem 2. November bleiben die Volleyballer und Volleyballerinnen des SVK ebenfalls ausgesperrt. „Der Verband hat es den Vereinen, die aus Risikogebieten kommen, überlassen, ob sie am Wochenende spielen wollen. Möchte einer nicht, fällt das Spiel aus“, sagt Carl Schulze, Abteilungsleiter der SVK-Volleyballer. Fest stehe bisher, dass die Partie der Herren 2 ausfalle. Ob die Partien des Herren 1, Damen 1 und Damen 2 über die Bühne gehen werden, werde derweil noch diskutiert. „Der Verband hat eine Frist bis Freitagnachmittag gesetzt“, erklärt Schulz. Bis dahin müsse die Entscheidung über eine Absage gemeldet werden. „Ganz verstehen kann ich dieses Vorgehen nicht. Ich hätte ein klare Regelung bevorzugt, so wird der Spieltag wieder zu einem Flickenteppich.“

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