Kornwestheim Wie gut kommt Olaf Scholz an?

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Florian Wanitschek Foto: privat

Kornwestheim - Der Kornwestheimer SPD-Ortsvereinsvorsitzende Florian Wanitschek freut sich über den Aufwind seiner Partei vor der Bundestagswahl. Er warnt aber auch vor vorzeitigem Siegesjubel – der sei erst am Abend des 26. Septembers angemessen.

Herr Wanitschek, macht es in diesen Tagen endlich wieder Spaß, für die SPD Wahlkampf zu machen?

Es ist der positivste Wahlkampf, denn ich je mitgemacht habe, sowohl von der Stimmung her als auch mit Blick auf die Zahlen in den Umfragen. Natürlich gibt es auch unschönere Begegnungen, kürzlich brüllte uns jemand entgegen: „Ihr seid doch nicht wählbar“. Nun, er fügte hinzu: „Die CDU auch nicht.“ Generell erleben wir aber eine gute Stimmung an den Ständen. Die Menschen kommen aktiv auf uns zu, fragen nach Informationen. Viele scheinen sich die SPD wieder etwas genauer anschauen zu wollen.

Wie gestalten Sie den Wahlkampf?

Unser Ortsverband ist mit Ständen präsent, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich selbst bin ja noch bei den Jusos im Kreis aktiv, da sind wir mit unserer Juso-Bar in Städten und Gemeinden unterwegs, bieten Cocktails und Gespräche an.

Denken Sie, der SPD-Höhenflug hält an?

Ich erinnere mich, dass wir vor vier Jahren, unter Kanzlerkandidat Martin Schulz, schon einmal gut dabei waren – und dann noch Verluste hinnehmen mussten. Auch wenn es diesmal nicht mehr soweit hin ist zur Wahl wie damals, so erlaube ich mir noch keine übermäßige Freude. Wir machen weiter und kämpfen. Jubeln werde ich, wenn am Abend des 26. Septembers das Wahlergebnis so ist, wie es jetzt die Umfragen hoffen lassen.

Wünschen Sie sich einen Kanzler Scholz oder hätten Sie lieber einen anderen SPD-Kandidaten gesehen?

Was unser Kornwestheimer Fraktionsvorsitzender Hans-Michael Gritz im Sommerinterview Ihrer Zeitung zu einer ähnlichen Frage gesagt hat, gilt auch für mich: Ich bin nicht der euphorischste Olaf Scholz-Fan. Aber ich schätze seine Kompetenz und Erfahrung. Das Verhältnis der SPD zu Olaf Scholz war noch nie das einer heißblütigen Liebe. Aber: Er ist kompetent, zieht den Wahlkampf gut durch. Er ist eine gute Wahl als Kanzler.

Die CDU versucht, die SPD anzugreifen, indem man einen Linksruck unterstellt, sobald Scholz Kanzler ist…

Das ist lächerlich. Im Gegensatz zur CDU hatte die SPD einen Programmprozess und Digitalkonferenzen, unser Programm ist das Programm der ganzen Partei, nicht das Programm von Kevin Kühnert und Saskia Esken. Wenn Saskia Esken übrigens so eine Gefahr für die Demokratie ist, wieso hat die CDU die große Koalition – sie sitzt seit eineinhalb Jahren im Koalitionsausschuss – dann nicht beendet? Die CDU sollte lieber mal darüber nachdenken, was jemand wie Maaßen in ihren Reihen zu suchen hat.

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