Kornwestheim Wie heiß wird der Winter für die Wirte?

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Ein Heizpilz: In Kornwestheim ist das Aufstellen erlaubt, aber noch ist unklar, ob die Wirte ihre Lokale im Winter draußen bewirtschaften dürfen. Foto: dpa/Marijan Murat

Kornwestheim - Die Kornwestheimer FDP will den Gaststätten und Kneipen in der Stadt dabei helfen, den nahenden Corona-Winter zu überstehen. Die Liberalen wollen, und schreiben das auch in einem Antrag, dass die Wirte in der kalten Jahreszeit Heizpilze und gasbetriebene Heizlüfter im Außenbereich ihrer Lokale aufstellen und dort auch in den kommenden Monaten bestuhlen dürfen.

In einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik wollen sie das Thema beraten und hoffen auch auf Unterstützung anderer Fraktionen.

FDP-Stadtrat Marcel Demirok, hat die Angelegenheit in die Hand genommen. „Viele Gäste sitzen derzeit lieber draußen, da fühlen sie sich wegen der Pandemie sicherer“, sagt er. Diese Möglichkeit solle es in Kornwestheim in den kommenden Monaten geben. Die Gaststätten seien definitiv angeschlagen. „Es ist keine schöne Zeit für die Wirte, und wir haben Sorge, dass einige Lokale den Winter nicht überstehen, wenn man ihnen nicht hilft.“ Viele Vereine und Gruppen hätten sich beispielsweise daran gewöhnt, ihre Stammtische zuhause abzuhalten statt in der Gaststube. „An einer Kleinigkeit, wie der Möglichkeit, draußen zu servieren, können Existenzen hängen“, sagt Demirok. Indes: Der Einsatz von Heizpilzen ist nicht unumstritten. Vielerorts in Deutschland sind sie verboten, sie verbrauchen große Mengen Energie, gelten als umweltschädlich.

Infrarotstrahler und elektrische Heizkissen könnten um Einsatz kommen

In Ludwigsburg begannen kürzlich ebenfalls Überlegungen im Rathaus, sie nun übergangsweise zuzulassen. „Die Unterstützung unserer Gastronomie und unseres Einzelhandels ist mir in dieser schwierigen Zeit sehr wichtig“, sagte der Oberbürgermeister Matthias Knecht. Aber als nachhaltige Stadt dürfe man auch ökologische Aspekte „nicht einfach über Bord werfen“. In Ludwigsburg arbeiten sie daher an Konzepten, neben besonders umweltschädlichen Gas-Heizpilzen etwa elektrische Varianten zum Einsatz zu bringen, Infrarotstrahler oder elektrische Heizkissen. Kornwestheim hat in der jüngeren Vergangenheit als Kommune das Thema Klimaschutz ebenfalls stark in den Vordergrund gerückt, der flächendeckende Einsatz von Heizpilzen könnte also durchaus nicht jedem in der Verwaltung und im Gemeinderat schmecken. Indes: Verboten sind die „Pilze“ in Außenbereichen in der Stadt momentan nicht einmal, berichtet die Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Allerdings sei die Außengastronomie während der Wintermonate beschränkt, heißt es aus dem Kornwestheimer Rathaus weiter. Das muss aber nicht so bleiben, folgt man den Worten der Oberbürgermeisterin.

OB Keck kündigt Gespräche an

„Die Stadt Kornwestheim denkt derzeit darüber nach, die Außenbewirtschaftung in diesem Jahr zu ermöglichen und damit die finanziellen Einbußen in der Gastronomie durch die Pandemie abzumildern“, sagt die OB. Keck berichtet hierzu auch vom Deutschen Städtetag: Das Gremium kommunaler Vertreter habe bereits erklärt, dass trotz der umweltpolitischen Bedenken ein verantwortungsvoller Einsatz in diesem „außergewöhnlichen, durch die Corona-Pandemie geprägten Jahr“ möglich sein solle, um Verluste während des Frühjahrs zu kompensieren. „Die Stadt wird sich auf jeden Fall in nächster Zeit noch intensiv mit dem Thema Heizpilze beschäftigen“, kündigt die OB Gespräche an. Übrigens: Demirok ist selbst Wirt, betreibt das Brünnle im Kornwestheimer Osten. Er selbst benötige aber keine städtische Erlaubnis für Außengastronomie, sagt er. „Da muss nur mein Hausverwalter zustimmen, das ist Privatgrund.“

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