Kornwestheim Wie sieht mein Haus von oben aus?

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Die Wendeltreppe auf den Turm hinauf bewältigten die Kids in Windeseile. Foto: Sabine Baumert

Kornwestheim - Da staunte Stadtarchivarin Natascha Richter nicht schlecht. „Wir haben hier ja echte Experten“, freute sie sich. Eine Gruppe Kinder, die gerade an der Ferienfreizeit der Kindersportschule (Kiss) teilnahm, hatte sich vor der Nageltür des Rathauses versammelt. Eines der Kinder war schon einmal auf dem Rathausturm gewesen. Andere in der Gruppe brachten Kenntnisse über die Zeit mit, in der der Bonatz-Bau errichtet wurde. „Da war doch der Adolf Hitler an der Macht“, wusste ein Mädchen.

Natascha Richter hatte indes noch viele weitere Infos mit im Gepäck, die sie für die Kinder spannend verpackte. „Städte haben auch Freunde“, erklärte sie etwa die Platten mit den Namen der Partnerstädte. Danach war Treppensteigen angesagt. 288 Stufen bis zur Plattform hatte ein Junge zum Schluss gezählt. Ob das wohl jemandem zu viel war? Natürlich nicht!

„Wir sind doch von der Kindersportschule“, riefen die Kinder während des Aufstiegs, sie erklommen die Stein-, dann die Holz- und zum Schluss die Metallstufen der Wendeltreppe bis ganz nach oben. Dass der Rathaus- auch gleichzeitig der Wasserturm ist, hatten die Kinder schon vorher erfahren und auch, dass sie unterwegs ganz laut das Wasser würden rauschen hören.

Ein Junge konnte es gar nicht erwarten und war enttäuscht, als er weiter unten noch nichts hörte. „Ich höre nur Getrampel“, stellte er fest und meinte damit die lauten Schritte der anderen. Nach der steilen Wendeltreppe konnten die Kinder dann endlich von oben die Fernsicht genießen. Weitaus interessanter als die Frage, auf welcher Seite man wohl die Burg Hohenneuffen sehen könnte, war es aber, herauszufinden, wie das eigene Haus von oben aussah. In luftiger Höhe ließ Stephen Perri, seit 1. September Leiter der Kindersportschule, dann auch noch einmal die vergangene Woche Revue passieren. Am Montag haben sich die Teilnehmer der Freizeit erst einmal ganz zwanglos in der ESG-Halle sportlich betätigen können. „Ich glaube, den Kindern fehlt im Alltag oft die Kreativität“, hat er beobachtet. Sie haben sich jede Menge Sportgeräte geholt und aus diesen Burgen und Verstecke gebaut. Am Dienstag stand eine Fahrt in die Umgebung des Breitenauer Sees auf dem Plan. Den Mittwoch verbrachten die Kinder im Funsportzentrum. Sie konnten außerdem gleich ihre Fahrräder durchchecken lassen, damit die für die große Fahrradtour am Donnerstag bereit waren. Da ging es nämlich gemeinsam hinunter zum Neckar, weiter zu einem Spielplatz mit Grillgelegenheit und wieder zurück nach Kornwestheim.

Wieder unten angekommen, begrüßte Natascha Richter zusammen mit ihrer neuen Auszubildenden Anna-Laura Burkhard gleich die nächste Gruppe der Kinder zur Führung. Sobald auch die wieder vor dem Rathaus angekommen war, machten sich alle zusammen mit Stephen Perri und den Betreuern noch einmal auf den Weg zur ESG-Halle – und zum Abschluss der Freizeit.

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