Kornwestheim Zehn soziale Projekte sind 2020 geplant

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Im Bewohner- und Familienzentrum in der Weststadt finden die meisten soziale Projekte statt. Foto: Christine Biesinger

Kornwestheim - Seit 2012 unterstützt die Stadt Aktionen, die benachteiligten Korn­westheimern und Menschen mit Migrationserfahrung zugutekommen. Die meisten dieser sozialen Projekte finden im Bewohner- und Familienzentrum (BFZ) statt. Für dieses Jahr sind fast ­doppelt so viele wie 2019 geplant.

Zielgruppe der sozialen Projekte sind Schulkinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren, die entweder sozial benachteiligt sind oder einen Flucht- oder Migrationshintergrund haben. Sie sollen in den Bereichen Bildungschancen, berufliche Qualifizierung, Deutschkenntnisse und soziale Kompetenzen gefördert werden. Außerdem dienen die Aktionen der Inte­gration und dem interkulturellen Austausch. Zum Beispiel können die Teilnehmer die ersten Schritte für einen Berufseinstieg planen und neues Selbstvertrauen gewinnen. Die Erfahrung zeige, dass die meisten Projekte sprachliche und soziale Fähigkeiten der Teilnehmer und deren ­gesellschaftliche Teilhabe verbessern, heißt es vonseiten der Verwaltung.

Die sozialen Projekte sind in der Regel auf ein Jahr ausgelegt. Die Termine finden in wöchentlichem, zweiwöchentlichem oder monatlichem Rhythmus statt. Die Förderung der Stadt ist auf zehn Projekte pro Jahr begrenzt, die jeweils mit maximal 1500 Euro bezuschusst werden. Durchgeführt werden sie von Vereinen, Initiativen und einzelnen Privatpersonen. Bei den meisten Anbietern handelt es sich um ehrenamtliche Personen, die in Kornwestheim wohnen, erklärte Kadir Koyutürk, der städtische Beauftragte für Integration, Soziales und Bürgerengagement, jüngst im Ausschuss für Soziales und Integration. Und Oberbürgermeisterin Ursula Keck ergänzte: „Hinter vielen Projekten steckt eine lange Geschichte. Manche ­engagieren sich schon seit 15 Jahren.“

Im vergangenen Jahr konnten fünf Projekte abgerechnet werden, sagte Tobias Zerulla von der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH, die für die Stadt Kornwestheim das Angebot betreut. Dabei gab es einen Tanzkursus für Kinder und ­Jugendliche, Töpfern für Jung und Alt, einen Deutschkursus für Frauen, ein Theater-Integrationsprojekt und das Angebot „Bewusst leben – Stärken erkennen und nutzen“. 77 Menschen nahmen an den Aktionen teil, also 11 bis 15 Teilnehmer je Projekt. Abgebrochen werden musste das Vorhaben „Jugendfarm international“ wegen logistischer Probleme. Die Summe der kommunalen Zuschüsse war 2019 so gering wie noch nie. Das wird sich in diesem Jahr vermutlich aber ändern, denn für 2020 gab es sogar elf Anträge, von denen zehn ausgewählt wurden.

In diesem Jahr werden einige Projekte fortgesetzt: das gemeinsame Theaterspielen, „Bewusst leben“, Deutschunterricht für Frauen und der Töpferkursus. Aber es gibt auch mehrere neue Angebote: Arabisch für Flüchtlingskinder, ein Tanzprojekt sowie die Kurse „Coaching Arbeit“, „Das soziale Ich“, „Empowerment“ und „Zukunftsträume“. Die Zahl der Projekte für 2020 sei erfreulich, sagte Zerulla. „Das zeigt, dass der Mehrwert ankommt.“

Daniel Joppien (Grüne), der selbst ­bereits ein solches Projekt durchgeführt hat, fand im Ausschuss lobende Worte: „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Ehrenamtliche so engagieren. Ich bin froh, dass das Ganze weitergeführt wird.“

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