Kornwestheim Zocken, Planspiele und Gebärdensprache

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Blick zurück: Im Jahr 2017 lernten Mädchen in einem Projekt des Wettbewerbs die Grundlagen der Selbstverteidigung. Foto: Archiv/Katharina Keck

Kornwestheim - Träume in die Realität umsetzen. In dem Projektwettbewerb „Dreams & Reality“ haben junge Kornwestheimerinnen und Kornwestheimer Ideen eingereicht, die sie mit der Unterstützung der Stadt umsetzen möchten. Bis zum 13. Februar gingen acht Anträge bei der Abteilung Jugend ein. „Von diesen acht Vorschlägen werden wir nun sieben umsetzen. Einen mussten wir aus Kostengründen leider ablehnen“, sagt Tanja Solander-Popovic bei der Präsentation der geförderten Projekte. Die Fördersumme sei auf 2000 Euro gedeckelt, erklärt die stellvertretende Leiterin der Abteilung Jugend, die von der Kreativität und Verantwortung, die die Jugendlichen bei den Projektvorschlägen zeigten, angetan war. Denn die Antragsteller schrieben neben einer Entspannungsmöglichkeit oder einem Zockertag auch Themen wie Gebärdensprachen, Umweltschutz und Diskriminierung auf die Themen-Wunschliste.

„Gaming Day“ und Wilhelmabesuch

Drei der Projekte werden in diesem Jahr mit dem Kornwestheimer Jugendzentrum (Juz) verwirklicht. „Die Initiative der Jugendlichen war sehr unterschiedlich. Manche haben bei dem Antrag Unterstützung von uns gebraucht, manche hatten da schon klare Vorstellungen“, erzählt Dominik Christ, Sozialpädagoge im Juz. In der Einrichtung in der Stuttgarter Straße 207 wird es bald einen „Treffpunkt für Jugendliche mit gleichen Interessen geben“. Dabei hätte eine Gruppe Jugendlicher eine Möglichkeit gesucht, wo sie „sich treffen, über ihre Interessen plaudern und gemeinsam Zeit verbringen können. Dafür können sie unseren AG-Raum nutzen“, sagt Dominik Christ. Die Förderung von 100 Euro soll in die Anschaffung von Brettspielen fließen. Ebenfalls gespielt wird beim „Gaming Day“. An einem Videospieltag soll aber nicht nur gezockt werden, der Fokus liege auf einem gemeinsamen Miteinander der Heranwachsenden bei diesem Termin, der mit einem Grillabend im Anschluss abgerundet werden soll, blickt Christ voraus.

Manche Projekte des Wettbewerbs, den es seit 2014 gibt, wurden schon einmal durchgeführt. Dazu zählt auch ein Wilhelma-Besuch mit Kindern aus dem Kinder- und Jugendhospiz. Wie bei einigen anderen Projekte auch hängt die Umsetzung des Zoobesuchs an der aktuellen Corona-Situation. „Wir werden natürlich versuchen, die Projekte in diesem Jahr zu verwirklichen. Wenn es die Pandemielage nicht zulässt, verschieben wir die Projekte ins nächste Jahr“, betont Solander-Popovic.

Viele Engagement am Ernst-Sigle-Gymnasium

Eine wahre Flut an Ideen hatten die sechsten Klassen des Ernst-Sigle-Gymnasiums. So hat ein Gruppe von Schülerinnen eine „Abflackwiese“ beantragt, die mit 700 Euro gefördert wird. Auf hölzernen Liegen soll dann im Stadtpark – am Hintereingang des ESG – auf der angrenzenden Wiese entspannt werden. „Das Geld wird nicht für die gewünschten zwei Holzsofas ausreichen, da müssen sie auch noch Sponsoren finden“, sagt Gina Rätzer, Schulsozialarbeiterin am ESG.

Neben einem Gebärdensprachenkurs kommt aus dem Kornwestheimer Gymnasium der Wunsch nach einem Planspiel gegen Diskriminierung. „Die Initiatorin möchte, dass in dem Planspiel Diskriminierung erfahrbar für die Teilnehmer wird“, erzählt Gina Rätzer. Das Projekt, bei dem auch Interessierte von außerhalb mitmachen können, soll als Workshop in Zusammenarbeit mit der Antidiskriminierungsstelle Stuttgart durchgeführt werden. Allen Kornwestheimern soll ein Pflanzenworkshop Freude machen. Denn dabei sollen sich die Jugendlichen nicht nur für Blumen, Kräuter und die Gestaltung der Umwelt begeistern, sondern mit den Pflanzen auch die Stadt verschönern.

Der Wettbewerb „Dreams & Reality“ bildet neben der Jugenddelegation (JudeKo) und dem Jugendhearing in Kornwestheim einen wichtigen Bestandteil der Jugendbeteiligung. „Die Beteiligung der Jugendlichen ist uns sehr wichtig. Dabei lernen sie, Verantwortung zu übernehmen, und machen Dinge nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere“, unterstreicht Tanja Solander-Popovic.

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