Kornwestheim Zu voll: Ein Altglascontainer sorgt für Ärger

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Ziemlich voll: Die Container in der Stauffenbergstraße Foto: Dominik Florian

Kornwestheim - Papier gehört in die flache Grüne Tonne, Verpackungen in die runde. Zudem gibt es noch eine Tonne für Hausmüll und eine für Bioabfälle. Wo, welcher Müll in Kornwestheim hinein muss, ist nach kurzer Lernphase relativ einfach zu verstehen. Und klar: Für Glasflaschen und Marmeladengläser stehen in den Wohngebieten verteilt weiße, grüne und braune Container parat. Als Peter Fässy vor rund zwei Wochen in der Stauffenbergstraße sein weißes Altglas gemäß der Farbenlehre in den weißen Container am Straßenrand werfen wollte, suchte er aber vergebens. Nicht nach dem Container, sondern nach einer nicht verstopften Einwurfmöglichkeit.

„Der Weißglascontainer war bis oben hin voll, oben drauf stand ebenfalls Altglas und davor lagen weitere Flaschen und Glasscherben“, sagt Peter Fässy. Ein Zustand, der nicht nur wenig ansehnlich ist, sondern auch eine gewisse Gefahr mit sich bringt. Da der Container nahe einer Bushaltestelle steht und eine Spielstraße angrenzt, habe der Anwohner verhindern wollen, dass sich Kinder oder Hunde an den Scherben verletzen.

Um Abhilfe zu schaffen, rief er daher bei der auf die Container gedruckten Service-Hotline des Entsorgungsdienstleisters an. Doch statt einer Antwort wurde ihm mitgeteilt, dass die Nummer nicht mehr aktuell sei, eine andere Telefonnummer wurde genannt. Zweiter Versuch: Bei der Hotline des Abfuhrunternehmens wurde er sodann darauf hingewiesen, dass dieses nicht zuständig sei und er sich an die Abfallverwertungsgesellschaft Ludwigsburg (AVL) wenden solle.

Gesagt, getan. „Als ich dort angerufen habe, wurde mir dann wieder gesagt, dass man nicht zuständig sei“, blickt er zurück, „auch ein Anruf beim Bürgertelefon in Kornwestheim hat nichts gebracht.“ Als Peter Fässy dann vor einer Woche erneut zum Glascontainer ging, fand er das gleiche Bild vor: Glas obendrauf, Flaschen davor. „Ich hab mich dann bei der AVL und der Stadt Kornwestheim durchtelefoniert“, erzählt Fässy, „und mir wurde versprochen, dass sich gekümmert wird.“

Wie die Stadt mitteilt, haben Mitarbeiter des Bauhofs die Flaschen und Scherben am vergangenen Mittwoch entfernt. Ganz glauben kann der Anwohner die Aussage aber nicht: „Dann müssen bis zum Wochenende wieder sehr viele Flaschen dort hingestellt worden sein“, sagt Peter Fässy. Und wohl auch in der neuen Woche: Denn am Dienstagmittag war jeder Zentimeter auf der Oberseite des Glascontainers mit Flaschen bedeckt. Wieder klingelte der Anwohner bei Stadt und AVL durch. Nach einer Anfrage unserer Zeitung teilte die Stadt mit, dass die Flaschen noch im Laufe des Dienstags erneut entfernt würden.

Und der übervolle weiße Container? Der hätte laut Landratsamt Ludwigsburg bereits am Montag geleert werden sollen. „Aber das Abfuhrfahrzeug des Entsorgungsdienstleisters hatte einen Defekt“, sagt Frank Wittmer, Pressesprecher des Landratsamts Ludwigsburg, „Die Entleerung wird am Donnerstag oder Freitag nachgeholt. Für die Schwierigkeiten können wir uns nur entschuldigen.“

Obwohl Peter Fässy sein Ordnungsbewusstsein vor allem Nerven gekostet hat, wird er weiter sein Glas zum Container bringen. „Es ist besser, wenn es die Leute dahin bringen, statt in die Natur zu werfen“, sagt er.

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