Kornwestheim Zweckverband für Stadtbahn gegründet

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Stadtbahn in Stuttgart Foto: dpa/Marijan Murat

Kornwestheim - Der Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung die Gründung eines Zweckverbands für eine neue Stadtbahn beschlossen. Er soll die rund 215 Millionen teure Stadtbahn, die von Remseck über Ludwigsburg und Möglingen bis nach Markgröningen fahren soll, planen, bauen und am Ende auch betreiben. Mitglieder sind neben dem Landkreis selbst der Zweckverband Pattonville und die Städte Remseck, Ludwigsburg, Möglingen und Markgröningen. Für die Städte Kornwestheim und Schwieberdingen gibt’s eine Öffnungsklausel: Sie können dem Zweckverband später beitreten, wenn sie ihren Öffentlichen Personennahverkehr mit dem Schienennetz verknüpfen wollen.

Die Verbandsversammlung des neuen Zweckverbandes „Stadtbahn im Landkreis Ludwigsburg“ besteht aus 20 Mitgliedern. Pattonville entsendet seinen jeweiligen Zweckverbandsvorsitzenden, also den Oberbürgermeister aus Kornwestheim oder Remseck. Ein weiterer Vertreter darf als Gast mit Frage- und Rede-, aber ohne Stimmrecht an den Sitzungen teilnehmen.

Landrat Dietmar Allgaier (CDU) sprach rund eineinhalb Jahre nach dem Grundsatzbeschluss, den Zweckverband zu gründen, von einem „Meilenstein“. Er muss nun die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB), der die Strecke zwischen Ludwigsburg und Markgröningen gehört, zu einem guten Ende führen.

Auch die Kornwestheimer Stadträte, die sich in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig für den Beitritt des Zweckverbandes ausgesprochen haben, sehen die große Tragweite dieses Schrittes. „Es ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die wir zu treffen haben“, sagte Stadträtin Edda Bühler aus der Fraktion Grüne/Linke. Es sei wichtig, dass das Projekt jetzt vorangetrieben werden, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Michael Gritz. Sven Waldenmaier (CDU), Stadt- und Kreisrat, kritisierte, dass in der kreisweiten Diskussion Kornwestheim kaum vertreten sei. Oberbürgermeisterin Ursula Keck versicherte ihm, dass die Kornwestheimer Positionen auf Kreisebene gut verankert seien. „Manchmal ist es besser, etwas leiser und behutsamer anzugehen“, sagte Keck.

Für Irritation – vor allem bei den Grünen – hatte im Kreistag kurz vor Gründung des Zweckverbands ein Antrag der Freien Wähler gesorgt, die sich dafür stark gemacht hatten, mit der Deutschen Bahn andere Möglichkeiten für den Streckenabschnitt westlich von Ludwigsburg auszuloten. Vor der Abstimmung im Kreistag sprach sich vor allem die SPD dafür aus, gerade diesen Abschnitt möglichst schnell umzusetzen, um die Förderfähigkeit des Gesamtprojekts nicht zu gefährden. „Zusatzwünsche wie die Einbeziehung von W&W und die Anbindung von Bosch in Schwieberdingen, die wir ausdrücklich unterstützen, sollen in einem zweiten Bauabschnitt folgen“, heißt es in einem Schreiben der SPD-Kreistagsfraktion an Landrat Dietmar Allgaier.

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