Kornwestheim Zweckverband investiert in die Infrastruktur

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Der Mirjam-Kindergarten erhält einen Anbau. Foto: Archiv/Anne Rheingans

Pattonville - Pattonville ist am Ziel angekommen. Knapp 8000 Einwohner zählt der gemeinsame Ortsteil von Remseck und Kornwestheim – so viele, wie es stets vorgesehen war. Dass Pattonville seiner Vollendung entgegensieht, ist auch der Haushaltssatzung des Zweckverbandes zu entnehmen, die in diesen Tagen in den kommunalpolitischen Gremien von Remseck und Kornwestheim vorberaten und die am 25. März in der Zweckverbandsversammlung verabschiedet werden soll.

Ein Volumen von 10,2 Millionen Euro hat der Haushalt 2021, unwesentlich weniger als im Jahr zuvor. Für dieses Jahr sind Investitionen in Höhe von 2,44 Millionen Euro geplant. Im Jahr zuvor waren es noch 3,31 Millionen Euro. Unter anderem will Pattonville in den Anbau an den Mirjam-Kindergarten investieren, fast 570 000 Euro in die Erweiterung des Muldenrigolensystems stecken. Auch Kanalsanierungen und Straßenbaumaßnahmen sind geplant.

Gut eine Million Euro nimmt der Zweckverband zudem in die Hand, um die Mehrfamilienhäuser an der Arkansasstraße zu bauen. Die Wohnungen dort werden zu einem günstigen Mietzins angeboten. Ausreichende Liquidität für dieses Projekt sei gewährleistet, sagte Dieter Girrbach, Geschäftsführer des Zweckverbandes, als er jüngst den Entwurf des Haushaltsplans 2021 den Kornwestheimer Stadträten vorstellte. Er hob hervor, dass es gelungen sei, die Personalkosten in der Zweckverbandsverwaltung zu senken. Der Grund: Wenn die Grundschule Pattonville nach den Sommerferien zur verbindlichen Ganztagsschule wird, kann der Schülerhort in Pattonville seine Pforten schließen. Die Betreuungskosten werden nunmehr über die Stadt Remseck abgerechnet, auch Kornwestheim steuert einen Anteil bei.

Kritik am Entwurf gab es von Stadträtin Gabi Walker (Freie Wähler). Sie legte eine Reihe von Fragen vor: So erstaunte es sie, dass der Zweckverband jährlich 40 000 Euro für Beratungskosten in Sachen Umsatzsteuer veranschlagt hat. Mit diesen Fragen würden sich doch auch die Finanzabteilungen in Remseck und Kornwestheim beschäftigen, so Walker. Zweckverbands-Geschäftsführer Dieter Girrbach beharrte aber darauf, dass der Verband unabhängig von den Städten zu betrachten sei. Walkers Fazit zu dem Entwurf: „Insgesamt scheint mir der Haushalt 2021 in vielen Teilen nicht schlüssig.“ Das liege auch daran, dass erhellende Erläuterungen schlicht fehlen würden. Das bemängelte auch Susann Boll-Simmler, Stadträtin der Grünen.

Girrbach und Finanzexpertin Martina Sirch räumten ein, dass der Haushalt mit „heißer Nadel“ gestrickt worden sei. Wegen der Umstellung im Pattonviller Haushaltswesen von der Kameralistik auf die Doppik sei es zu Verzögerungen gekommen. Kornwestheims Oberbürgermeisterin Ursula Keck, derzeit auch stellvertretende Zweckverbandsvorsitzende, zeigte dafür Verständnis. Es dauere zwei bis vier Jahre, bis man sich an die Änderungen gewöhnt habe.

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