Kraftsport Jeder kämpft für und gegen sich selbst

Von
Dominik Buckel (rechts) feuert seine Freundin Lina Slamaris an. Foto: z

Kornwestheim - Wieso er eine zentnerschwere Betonkugel über einen ganzen Kilometer schleppt? Diese Frage muss sich Dominik Buckel das ein oder andere Mal gefallen lassen. „Weil ich gerne an meine Grenzen gehe“, antwortet der Kraftsportler meist darauf. Jüngst hat der 32-Jährige bei den Beast Games in der Nähe von Würzburg zum dritten Mal seine Grenzen ausgiebig getestet. Nach einem anstrengenden Wettkampf reichte es für den Kornwestheimer zum 20. Platz. Lebensgefährtin Lina Slamaris holte in der Frauenkonkurrenz Rang 9.

Den Weg zu den Beast Games fand Dominik Buckel eher zufällig. Gemeinsam mit seinem damaligen Trainerkollegen im Funsportzentrum Willi Kraus suchte er vor gut zweieinhalb Jahren einen Wettbewerb, der die ganze Palette des Kraftsports abdeckt. „Wir haben uns Strongmen- und Cross-Fit-Events angeschaut und sind dann auf die Beast Games gestoßen“, blickt Buckel, der im vergangen Jahr Dritter bei den süddeutschen Meisterschaften im Bodybuilding wurde, zurück. Weil die Mischung aus klassischen Kraftsportübungen, Strongman und Kraftausdauer dem Duo gefiel, meldeten sie sich bei der Premiere 2017 an und sind seither bei jeder Auflage dabei.

Für den Fitnesstrainer begannen die Beast Games aber nicht erst wenige Wochen vor dem Wettbewerb. Gut sechs Monate schuftete Buckel im Vorfeld. „Ich habe mein Training an die Anforderungen angepasst“, sagt der Kraftsportler, der als Diabetiker besonders genau auf die Signale seines Körpers hören muss. Und die gute Vorbereitung sollte er auch brauchen. Dabei kam ihm der Auftakt des Wettkampf, der den Slogan „Weck das Tier in dir“ trägt, sehr entgegen. Bankdrücken stand als erstes auf dem Programm, eine Spezialität des 32-Jährigen. Auch in den Kniebeugen und beim Heben von Betonkugeln auf einen Podest lief es gut. So richtig ins Schwitzen kam er aber bei der vierten Disziplin der Vorrunde: dem ein Kilometer langen Alpha-Walk mit der Betonkugel auf der Schulter.

„Man geht zwar bei jeder Disziplin an seine Grenzen, aber da hat man es schon in den Beinen gespürt“, sagte Buckel, der sich als Elfter für die nächste Runde qualifizierte. Die Platzierungen sind dem Kraftsportler aber gar nicht so wichtig. „Hier kämpft jeder für sich und gegen den eigenen Schweinehund. Und man puscht sich gegenseitig, da hat jeder Teilnehmer großen Respekt verdient“, so der Fitnesscoach. Deshalb störte Buckel auch nicht allzu sehr, dass ihn in der letzten Disziplin auf dem Fahrradergometer beim Treten in der höchsten Stufe die Kräfte verließen und es für ihn als 20. nicht fürs Halbfinale reichte.

Gemeinsam mit seiner Freundin Lina, die sich den neunten Platz erkämpfte, feuerte er die Finalteilnehmer an, die Autos zogen und Gewichte mit Vorschlaghämmern vor sich herklopften. „Ich habe mich zum vergangenen Jahr verbessert und das ist mein Maßstab, nicht die Platzierung“, sagt Dominik Buckel, der schon das nächste Ziel hat: die Beast Games 2020.

Artikel bewerten
0
loading
 
 

Sonderthemen