Kreis Ludwigsburg AOK: zu wenige Kinder gegen Masern geimpft

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Impfung Foto: dpa

Ludwigsburg - Von Herdenimmunität sprechen Fachleute, wenn so viele Menschen geimpft sind, dass auch Personen ohne Impfschutz, wie Babys oder kranke Menschen mit schwachem Immunsystem, vor einer Krankheit geschützt sind. Bei der Krankheit Masern ist die Herdenimmunität im Landkreis Ludwigsburg momentan offenbar nicht gegeben, weil zu wenige Kinder gegen Masern geimpft sind. Wie die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) mitteilt, fehlt bei vielen Kindern die entscheidende zweite Impfung – sie können an Masern erkranken und die Krankheit übertragen.

Um die aktuelle Impfrate im Landkreis Ludwigsburg zu erheben, hat die Krankenkasse die Impfungen von versicherten Kindern ausgewertet, die im Jahr 2011 geboren wurden, im Jahr 2019 also acht Jahre alt werden. Die Untersuchung ergab nach Angaben des Krankenversicherers, dass die für eine Herdenimmunität notwendige Masernimpfrate von mehr als 95 Prozent nicht erreicht werden konnte.

Lediglich 90,7 Prozent der Kinder des genannten Jahrgangs verfügen demnach über den vollständigen Impfschutz, sind also zweifach geimpft worden. Etwa sieben Prozent der Kinder seien hingegen nur einmal gegen Masern geimpft worden. „In vielen Fällen wird die zweite Impfung vermutlich einfach vergessen“, sagt Hiltrud Nehls, die Geschäftsführerin der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr. Sie appelliert an die Eltern, die Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und auf die zweite Impfung zu achten. Zwar können die Impfungen laut Nehls bis zum vollendeten 17. Lebensjahr nachgeholt werden. Nach dem Einschulungsalter erfolgten jedoch bedeutend weniger Impfungen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut empfiehlt Eltern, die Grundimmunisierung ihrer Kinder gegen Masern mit einer zweimaligen Impfung abzuschließen, ehe die Kinder zwei Jahre alt werden.

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